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Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

Klaus Rosenfeld | Vorsitzender des Vorstands Schaeffler AG Klaus Rosenfeld | Vorsitzender des Vorstands

das Jahr 2018 war für die Schaeffler Gruppe ein Jahr mit großen Herausforderungen. Das deutlich schwierigere Markt- und Wettbewerbsumfeld sowie die signifikanten Veränderungen in ausgewählten Schlüsselmärkten – wie etwa die rückläufige Nachfrage im Automobilgeschäft in China oder das neue Pkw-Zulassungsverfahren in Europa – haben sich in unseren Ergebnissen niedergeschlagen.

Auch wenn wir trotz des anspruchsvollen Umfeldes unseren Umsatz währungsbereinigt um 3,9 % auf 14,2 Mrd. Euro steigern konnten, ist unser operatives Ergebnis – das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) vor Sondereffekten – um rund 13 % auf 1.381 Mio. Euro zurückgegangen.

Die EBIT-Marge vor Sondereffekten sank auf dieser Basis auf 9,7 %, nach 11,3 % im Vorjahr. Das Konzern­ergebnis verringerte sich so um rund 10 % auf 881 Mio. Euro. Der Free Cash-Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten, die dritte wichtige Prognosegröße, betrug 384 Mio. Euro und lag damit besser als erwartet. Das ist erfreulich, denn wir haben weiterhin kräftig investiert. Bei Investitionen in Höhe von 1.232 Mio. Euro lag die Investitionsquote bei 8,7 %. Wir haben zudem rund 2.300 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon rund 1.000 in Deutschland.

Was hat zu dem Ergebnisrückgang geführt? Die Gründe sind vor allem operativer Natur. Unser Industriegeschäft hat sich im Laufe des Jahres 2018 sehr gut entwickelt und ist profitabel gewachsen: plus 10 % Umsatzwachstum währungsbereinigt bei einer EBIT-Marge von 11 % nach 8 % im Vorjahr. Wir sind somit zwei Jahre früher als erwartet in den Zielkorridor eines EBIT von 11 % bis 13 % gekommen. Der Ergebnisrückgang kam vor allem aus der Sparte Automotive OEM. Hier sind wir mit 2,1 % im Vergleich zu 6,5 % im Vorjahr deutlich schwächer gewachsen, als wir erwartet hatten. Ursachen waren unter anderem der zunehmende Preisdruck in ausgewählten Produktbereichen, höhere Produktionskosten sowie Belastungen im Zusammenhang mit der Ausrichtung unseres Geschäftsportfolios auf das veränderte Nachfrageverhalten sowie die Zukunftschancen, vor allem im Bereich der Elektromobilität.

Positiv ist dabei zu vermelden, dass der Auftragseingang der Sparte Automotive OEM um rund 13 % auf 12,8 Mrd. Euro zugenommen hat. Das entspricht einer Book-to-Bill-Ratio von 1,4x gegenüber 1,3x im Vorjahr. Stabilisierend wirkte außerdem unser Automotive Aftermarket-Geschäft, das bei einem Umsatzwachstum von 2,2 % auf 1,9 Mrd. Euro ein operatives Ergebnis oder EBIT vor Sondereffekten von 316 Mio. Euro erzielte, was einer Marge von 17,0 % entspricht.

Was heißt das strategisch? Meine Vorstandskollegen und ich sind überzeugt, dass wir strategisch auf dem richtigen Weg sind. Unsere Strategie „Mobilität für morgen“, die wir im Jahr 2016 entwickelt haben, steht und beginnt zu greifen. Acht strategische Eckpfeiler geben die Richtung vor. Das vergangene Jahr hat uns dabei eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig der zweite dieser Eckpfeiler – „Wir sind ein Automobil- und Industriezulieferer“ – ist. Über unser Zukunftsprogramm „Agenda 4 plus One“ mit seinen 20 Initiativen steuern wir die Implementierung unserer Strategie. Es adressiert die richtigen Themenfelder und Bereiche und wird ­konsequent umgesetzt. Zum Jahresende 2018 haben wir eine Umsetzungsquote von 55 % erreicht. Am Ende des Jahres 2019 wollen wir 75 % erreichen.

Wie geht es 2019 weiter? Als Vorstandsteam der ­Schaeffler AG gehen wir davon aus, dass der Gegenwind im neuen Jahr nicht nachlassen, sondern im Zweifel eher zunehmen wird. Das ist nicht nur eine Frage der anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der ­geo­politischen Lage, sondern auch eine Folge der signifikanten technischen und ­regulatorischen Veränderungen in einigen unserer weltweiten Schlüsselbranchen, wie zum ­Beispiel der Automobilindustrie. Nicht unerwähnt bleiben sollten zudem die ­Beschaffungsmärkte sowie der zunehmende Wettbewerb um die besten Talente.

Für uns kommt es darauf an, mit den richtigen Maßnahmen auf das schwieriger werdende Umfeld zu reagieren und die Schaeffler Gruppe erfolgreich für die Herausforderungen der Zukunft aufzustellen. Auch wenn das Jahr 2018 unter den Erwartungen geblieben ist, wollen wir auf unserem profitablen Wachstumskurs bleiben und nachhaltig Wert schaffen. Das heißt, dass wir uns noch stärker auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren müssen: Technologie, Qualität und Innovation.

Die Tatsache, dass wir seit Jahren mit den deutschen Patentanmeldungen unter den Top 3 der innovativsten Unternehmen Deutschlands sind und dass wir unser Technologieportfolio mit zwei kleineren, aber strategisch wichtigen Akquisitionen – Schaeffler Paravan und Elmotec Statomat – um Zukunftstechnologien in den Bereichen „Drive-by-Wire“ und innovative ­Wicklungstechnik für Elektromotoren erweitert haben, gibt uns dabei ebenso viel Zuversicht wie die positive Entwicklung im Bereich der Qualität: 2018 haben wir im achten Jahr ­hintereinander unsere internen Qualitätskennzahlen kontinuierlich verbessert. Dahinter steht nicht nur ein langfristiger Ansatz, sondern die Überzeugung, dass sich Qualität auszahlt. Vor allem im Kundengeschäft.

Reicht das? Natürlich nicht! Wir dürfen nicht im Status quo verharren. Der Blick muss nach vorn gehen. Wir wollen – analog zum Titel des diesjährigen Geschäftsberichtes – in Bewegung bleiben. Vor allem im Kopf. Denn die Transformation wird uns weiter fordern. Nicht nur unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern vor allem unsere Führungskräfte weltweit. Und natürlich den Vorstand. Denn wir sind nicht nur dafür verantwortlich, Risiken im Griff zu halten und Marktpositionen zu verteidigen, sondern auch dafür, uns neue Zukunftschancen zu erarbeiten.

Wir haben uns vorgenommen, die Schaeffler Gruppe als traditionsreiches Familienunternehmen sicher in die Zukunft zu führen. Das ist unser Auftrag und unser gemeinsames Bestreben. Auch wenn die Wegstrecke aktuell steinig und manchmal etwas holprig erscheint. Dafür sind wir immer besser gerüstet. Wir sind ein starkes Team. Die Richtung stimmt. Die Verschuldung ist deutlich reduziert. Die Eigenkapitalquote liegt wieder bei 25 %. Die Investment Grade Ratings von drei Ratingagenturen bestätigen, dass wir über eine starke Bilanz und ausreichend Kapitalkraft verfügen. Das ist gut so. Aber noch wichtiger ist, dass wir beweglich, mutig und zuversichtlich bleiben, Chancen rechtzeitig ergreifen und unsere Ressourcen zielführend einsetzen.

Meine Vorstandskollegen und ich sind davon überzeugt, dass die Schaeffler Gruppe den vor ihr liegenden Transformationsprozess gut bewältigen wird. In dem herausfordernden Umfeld, das uns 2019 mit Sicherheit erhalten bleibt, müssen wir souverän bleiben und flexibel handeln. Das bedeutet, auf der einen Seite in die Zukunft zu investieren und auf der anderen Seite das Portfolio zu optimieren. Dazu haben wir noch im Jahr 2018 die Effizienzprogramme „RACE“ für unsere Sparte Automotive OEM und „FIT“ für die Sparte Industrie gestartet. Diese Programme werden dazu beitragen, unsere Ergebnisqualität und die Effizienz zu sichern und langfristig zu verbessern.

Denn als Familienunternehmen mit einer langen Tradition liegt unser Fokus nicht nur auf den kurzfristigen Finanzkennzahlen, sondern vor allem auf der langfristigen Entwicklung der Schaeffler Gruppe. Im Interesse unserer Kunden, unserer Geschäftspartner und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten wir mit ganzem Einsatz daran, als starker Automobil- und Industriezulieferer die Zukunft zu gestalten. Wir sind überzeugt, dass wir mit unserer langfristigen Ausrichtung, unserer konsequenten Zukunftsorientierung und unserer Innovationskraft weiter Erfolg haben werden.

Dies gilt insbesondere, weil wir auf die Kompetenz und das Engagement unserer inzwischen rund 92.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit vertrauen können. Ihnen gilt unser besonderer Dank dafür, dass sie sich auch in schwierigeren Zeiten mit ganzer Kraft für Schaeffler einsetzen.

Im Namen aller Mitglieder des Vorstands und regionalen CEOs möchte ich mich zudem bei unseren Familiengesellschaftern, den Mitgliedern des Aufsichtsrats und bei Ihnen für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Seien Sie gewiss: Wir bleiben in Bewegung und wir werden alles dafür geben, um Ihre Schaeffler Gruppe langfristig zum Erfolg zu führen.


Mit besten Grüßen

Klaus Rosenfeld
Vorsitzender des Vorstands

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