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Wirtschaftsbericht

Finanzlage und Finanzmanagement

Cash Flow und Liquidität

Die Schaeffler Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017 einen Free Cash Flow in Höhe von 488 Mio. EUR (Vj.: 735 Mio. EUR).

Cash Flow

2017
2016
Veränderung
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
1.778
1.876
-5,2 %
Cash Flow aus Investitionstätigkeit
-1.290
-1.141
13,1 %
Free Cash Flow
488
735
-33,6 %
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
-830
-466
78,1 %
Nettozunahme/-abnahme des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
-342
269
-
Wechselkursbedingte Veränderung des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
-31
3
-
Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am Periodenbeginn
1.071
799
34,0 %
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
698
1.071
-34,8 %

in Mio. EUR

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit sank im Geschäftsjahr 2017 um 98 Mio. EUR auf 1.778 Mio. EUR (Vj.: 1.876 Mio. EUR). Dabei belasteten nicht nachhaltige Mittelabflüsse im Zusammenhang mit Rechtsfällen und Restrukturierungen den Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit. Darüber hinaus enthielt das Vorjahr erhaltene Zinsen aus einer Darlehensforderung der Schaeffler AG gegenüber der IHO Verwaltungs GmbH, die im Geschäftsjahr 2016 vollständig zurückgezahlt wurde. Diese Zinseinnahmen fielen somit in 2017 nicht mehr an. Die Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Aufbau des Working Capital lagen mit 31 Mio. EUR geringfügig über dem Vorjahreswert von 22 Mio. EUR. Dem starken Aufbau der Bestände im Vorratsvermögen wirkte dabei die Reduzierung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen eines Forderungsverkaufsprogramms entgegen. Aus dem Forderungsverkauf resultierte ein Mittelzufluss in Höhe von 150 Mio. EUR. Das Working Capital Ratio, definiert als Verhältnis von Working Capital zu Umsatz, betrug zum 31. Dezember 2017 19,0 % (Vj.: 20,3 %).

Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Capex) betrugen im Berichtsjahr 1.273 Mio. EUR (Vj.: 1.146 Mio. EUR).

Des Weiteren führte der Erwerb der Compact Dynamics GmbH und der autinity systems GmbH zu einem Mittelabfluss in Höhe von 47 Mio. EUR. Die Veräußerungen der Schaeffler Motorenelemente AG & Co. KG und der Feinschneide-Aktivitäten in der Schweiz führten dagegen zu einem Mittelzufluss in Höhe von 20 Mio. EUR. Somit betrugen die Nettoauszahlungen für M&A-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2017 27 Mio. EUR.

Auf dieser Basis betrug der Free Cash Flow für das Geschäftsjahr 2017 488 Mio. EUR (Vj.: 735 Mio. EUR).

Im Berichtsjahr flossen aus Finanzierungstätigkeit Mittel in Höhe von 830 Mio. EUR ab (Vj.: 466 Mio. EUR). Die im Berichtsjahr getätigten Auszahlungen für Dividenden in Höhe von 330 Mio. EUR betrafen mit 328 Mio. EUR die Dividende an die Aktionäre der Schaeffler AG. Für die vorzeitige Rückzahlung einer USD-Anleihe und der in diesem Zusammenhang durchgeführten Ablösung der Zinswährungsderivate flossen im Mai 2017 Mittel in Höhe von insgesamt 587 Mio. EUR ab. Die in diesem Zusammenhang in Anspruch genommene revolvierenden Kreditlinie (Revolving Credit Facility, RCF) in Höhe von 350 Mio. EUR wurde bis zum Jahresende wieder vollständig zurückgezahlt. Aus dem Abschluss eines neuen Kreditvertrags zur Finanzierung von langfristig ausgelegten Logistikprojekten mit einem Gesamtvolumen von 250 Mio. EUR flossen der Schaeffler Gruppe Mittel in Höhe von 90 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR) zu.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente verringerten sich zum 31. Dezember 2017 um 373 Mio. EUR auf 698 Mio. EUR (Vj.: 1.071 Mio. EUR).

Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum 31. Dezember 2017 umfasste im Wesentlichen Bankguthaben. Davon entfielen 293 Mio. EUR (Vj.: 325 Mio. EUR) auf Länder mit Devisenverkehrsbeschränkungen und anderen gesetzlichen Einschränkungen. Ferner verfügt die Schaeffler Gruppe über eine revolvierende Betriebsmittellinie in Höhe von 1,3 Mrd. EUR (Vj.: 1,3 Mrd. EUR), von der zum 31. Dezember 2017 12 Mio. EUR (Vj.: 13 Mio. EUR) hauptsächlich durch Avalkredite ausgenutzt waren.

Investitionen

Die Wachstumsstrategie der Schaeffler Gruppe basiert u. a. auf Investitionen in neue Produkte und Technologien und in die Erweiterung des globalen Produktionsnetzwerks. Investitionen stellen einen wesentlichen Wachstumstreiber für die Schaeffler Gruppe dar.

Die Schaeffler Gruppe steigerte die Investitionsauszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Capex) im Geschäftsjahr 2017 um 11,1 % auf 1.273 Mio. EUR (Vj.: 1.146 Mio. EUR). Die Investitionsauszahlungen bezogen auf den Umsatz (Capex-Quote) lagen mit 9,1 % (Vj.: 8,6 %) auf Vorjahresniveau. Von den gesamten Investitionsauszahlungen entfiel der weitaus größte Anteil auf die Regionen Europa und Greater China.

Gemessen an den Zugängen bei den immateriellen Vermögenswerten und dem Sachanlagevermögen lag das Investitionsvolumen bei 1.287 Mio. EUR (Vj.: 1.115 Mio. EUR). Hierbei entfielen auf die Sparte Automotive rd. 81 % und auf die Sparte Industrie rd. 19 %. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wurde v. a. in die strategische Ausrichtung der Logistik, Kapazitätserweiterungen und Anlagen für Produktanläufe investiert.

In der Region Europa betraf im Berichtsjahr eine wesentliche Investitionsentscheidung den Bau eines hochmodernen Montage- und Verpackungszentrums, das sog. „Aftermarket Kitting Operation“ (AKO), in Sachsen-Anhalt im Raum Halle (Saale). Ziel des neuen Montage- und Verpackungszentrums ist es, die Abläufe im Automotive Aftermarket weiter zu optimieren und die Lieferqualität nachhaltig zu erhöhen. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der strategischen Ausrichtung der Logistik ist – im Rahmen des Projekts „Europäischen Distributionszentrum“ (EDZ) – das zentrale Distributionszentrum „EDZ-Mitte“ (Kitzingen). Hier stehen die Bauarbeiten vor dem Abschluss.

Mehr zu AKO und EDZ siehe Kapitel Produktion, Logisik und Einkauf.

Daneben wurde in der Region Europa v. a. in Anlagen für Produktneuanläufe investiert. So entstanden in Herzogenaurach erste Montagelinien für elektrische Achsen und Hybridmodule. Darüber hinaus wurden an den mittel- und osteuropäischen Produktionsstandorten die Produktionskapazitäten kontinuierlich ausgebaut. So wurde im Geschäftsjahr 2017 ein neues Werk in Svitavy, Tschechien, eröffnet. Der Fokus des Werkes liegt auf der Fertigung von Thermomanagementmodulen, die sowohl in Verbrennungsmotoren als auch in Mobilitätskonzepten der Zukunft Anwendung finden.

In der Region Americas wurde insbesondere in Kapazitätserweiterungen und Anlagen für Produktneuanläufe künftiger elektrifizierter Antriebskonzepte investiert. Mit den zusätzlich geschaffenen Kapazitäten am Standort Wooster, USA, wird die Schaeffler Gruppe neben der Produktion von Hybridmodulen weiterhin der großen Nachfrage nach Komponenten für Automatikgetriebe, Drehmomentwandler und Wandlerüberbrückungskupplungen gerecht. In Puebla, Mexiko, wurde v. a. in die Kapazitätserweiterung für stufenlose Getriebe (CVT) sowie Drehmomentwandler und Wandlerüberbrückungskupplungen investiert. Am Standort Irapuato, Mexiko, wurde hauptsächlich in die Erweiterung der Fertigungskapazitäten und in Produktneuanläufe investiert.

In der Region Greater China wurden auch 2017 gezielt Investitionen in den Kapazitätsaufbau sowie die Realisierung neuer Produktanläufe insbesondere in der Sparte Automtive vorgenommen. Wesentliche Investitionen entfielen hierbei auf die Unternehmensbereiche Motor- und Getriebesysteme v. a. für Produkte im Rahmen der Strategie „Mobilität für morgen“. In der Sparte Industrie entfielen die wesentlichen Investitionen auf den Ausbau der Produktions- und Logistikkapazitäten für das Standard-Wälzlagergeschäft, um die anhaltend hohe Nachfrage im Hochvolumengeschäft optimal bedienen zu können.

In der Region Asien/Pazifik wurde insbesondere an den Produktionsstandorten in Südkorea, Vietnam und Thailand investiert. Neben Ersatzinvestitionen im Standard-Wälzlagergeschäft in der Sparte Industrie wurde in Südkorea v. a. in Anlagen für Produktneuanläufe in der Sparte Automotive investiert. Daneben entsteht in Vietnam ein neues Werk für Kugellager. Es dient der Erweiterung des Sortiments an Spannlagern für Industriekunden. In Thailand wurde v. a. in Produktneuanläufe des Unternehmensbereichs Getriebesysteme investiert.

Finanzschulden

Die Netto-Finanzschulden reduzierten sich im Geschäftsjahr 2017 um 266 Mio. EUR auf 2.370 Mio. EUR (Vj.: 2.636 Mio. EUR).

Netto-Finanzschulden

31.12.2017
31.12.2016
Veränderung
Anleihen
1.994
2.719
-26,7 %
Kreditvertrag
983
982
0,1 %
Investitionsdarlehen
89
0
-
Sonstige Finanzschulden
2
6
-66,7 %
Finanzschulden
3.068
3.707
-17,2 %
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
698
1.071
-34,8 %
Netto-Finanzschulden
2.370
2.636
-10,1 %

in Mio. EUR

Der Verschuldungsgrad, definiert als Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA), lag zum 31. Dezember 2017 bei 1,0 (Vj.: 1,1). Ohne die Berücksichtigung von Sondereffekten ergab sich ein Verschuldungsgrad von 1,0 (Vj.: 1,1 ).

Das Gearing Ratio, als Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu Eigenkapital inkl. nicht beherrschender Anteile, reduzierte sich zum 31. Dezember 2017 auf 93,0 % (Vj.: 132,0 %).

Am 24. Mai 2017 zahlte die Schaeffler Gruppe die Anleihe mit einem Volumen von 700 Mio. USD, einem Kupon von 4,25 % und einer ursprünglichen Laufzeit bis Mai 2021 vorzeitig vollständig zurück. Die Mittel hierfür stammten aus verfügbarer Liquidität sowie einer teilweisen Inanspruchnahme der Revolving Credit Facility in Höhe von 350 Mio. EUR. Am 23. November 2017 reduzierte die Schaeffler Gruppe die Inanspruchnahme der Revolving Credit Facility durch eine Rückzahlung von 200 Mio. EUR aus verfügbarer Liquidität auf ein verbleibendes Volumen von 150 Mio. EUR. Am 27. Dezember 2017 zahlte die Schaeffler Gruppe die verbleibende Ziehung der Revolving Credit Facility in Höhe von 150 Mio. EUR vollständig zurück.

Am 15. Dezember 2017 unterzeichnete die Schaeffler AG einen Kreditvertrag zur Finanzierung von langfristig ausgelegten Logistikprojekten. Hierbei handelt es sich – im Rahmen des Projekts „Europäisches Distributionszentrum“ (EDZ) – um das zentrale Distributionszentrum „EDZ Mitte“ (Kitzingen) sowie das europäische Montage- und Verpackungszentrum, das sog. „Aftermarket Kitting Operation“ (AKO). Der Kreditvertrag hat ein Gesamtvolumen von 250 Mio. EUR, hiervon waren zum 31. Dezember 2017 90 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR) in Anspruch genommen. Der Kreditvertrag hat eine Laufzeit bis 2022 zuzüglich bestimmter Verlängerungsoptionen.

Am 25. April 2017 publizierte die Ratingagentur Fitch Ratings erstmals ein Rating für die Schaeffler AG. Fitch bewertet die Schaeffler AG mit BBB- (Investment Grade), der Ausblick ist stabil. Das Instrumentenrating der Anleihen entspricht mit BBB- dem Unternehmensrating.

Am 26. September 2017 hob die Ratingagentur Standard & Poor’s den Ausblick des Unternehmensratings von stabil auf positiv an. Die folgende Tabelle zeigt die Bonitätseinstufungen der Schaeffler Gruppe durch die drei Ratingagenturen Fitch, Moody’s sowie Standard & Poor’s zum 31. Dezember:

Ratings der Schaeffler Gruppe

  • 2017
    2016
    Fitch
    BBB-/stabil
    -
    Moody's
    Baa3/stabil
    Baa3/stabil
    Standard & Poor's
    BB+/positiv
    BB+/positiv
  • 2017
    2016
    Fitch
    BBB-
    -
    Moody's
    Baa3
    Baa3
    Standard & Poor's
    BB+
    BB+

Die einzelnen Kredite der Schaeffler AG setzten sich zum 31. Dezember 2017 wie folgt zusammen:

Kredite der Schaeffler Gruppe

Tranche
Währung
31.12.2017
Nominalwert in Mio.
31.12.2016
Nominalwert in Mio.
31.12.2017
Buchwert in Mio. EUR
31.12.2016
Buchwert in Mio. EUR
31.12.2017
Zinssatz
31.12.2016
Zinssatz
Fälligkeit
Term Loan
EUR
1.000
1.000
991
992
Euribor 1)
+ 1,20 %
Euribor 1)
+ 1,20 %
18.07.2021
Revolving Credit Facility 2)
EUR
1.300
1.300
-8
-10
Euribor 1)
+ 0,80 %
Euribor 1)
+ 0,80 %
18.07.2021
Investionsdarlehen 3)
EUR
250
0
89
0
Euribor 1)
+ 1,00 %
n/a
15.12.2022
Summe
-
-
-
1.072
982
-
-
-

1) Euribor / Libor Floor in Höhe von 0,00 %.
2) Zum 31. Dezember 2017 waren davon 12 Mio. EUR (31. Dezember 2016: 13 Mio. EUR) im Wesentlichen durch Avalkredite ausgenutzt.
3) Zum 31. Dezember 2017 waren davon 90 Mio. EUR (31. Dezember 2016: 0 Mio. EUR) in Anspruch genommen.

Darüber hinaus bestanden weitere verbindlich zugesagte Kreditlinien von umgerechnet rd. 154 Mio. EUR (Vj.: rd. 160 Mio. EUR), im Wesentlichen für die Länder USA und China. Hiervon waren zum 31. Dezember 2017 rd. 111 Mio. EUR (Vj.: rd. 160 Mio. EUR) nicht ausgenutzt.

Die über die Schaeffler Finance B.V., Barneveld, Niederlande, begebenen Anleihen setzten sich zum 31. Dezember 2017 wie nachfolgend dargestellt zusammen. Die Schaeffler-Anleihen werden im Euro MTF Segment der Luxemburger Wertpapierbörse geführt.

Anleihen der Schaeffler Gruppe

ISIN
Währung
31.12.2017
Nominalwert in Mio.
31.12.2016
Nominalwert in Mio.
31.12.2017
Nominalwert in Mio.
31.12.2016
Buchwert in Mio. EUR
Kupon
Fälligkeit
XS1212469966
EUR
400
400
398
397
2,50 %
15.05.2020
US806261AJ29
USD
0
700
0
658
4,25 %
15.05.2021
XS1067864022
EUR
500
500
498
498
3,50 %
15.05.2022
US806261AM57
USD
600
600
502
571
4,75 %
15.05.2023
XS1212470972
EUR
600
600
596
595
3,25 %
15.05.2025
Summe
-
-
1.994
2.719
-
-

1) Vollständige Rückzahlung am 24. Mai 2017

Das Fälligkeitenprofil, bestehend aus dem Term Loan, dem Investitionsdarlehen sowie den durch die Schaeffler Finance B.V., Barneveld, Niederlande, begebenen Anleihen, setzte sich zum 31. Dezember 2017 wie folgt zusammen:

Im Rahmen der bestehenden Fremdfinanzierung unterliegt die Schaeffler Gruppe Auflagen, welche u. a. die Einhaltung eines Leverage Covenant beinhalten. Diese Finanzkennzahl wird laufend überwacht und regelmäßig an die kreditgebenden Banken berichtet. Im Geschäftsjahr 2017 wurde der Leverage Covenant entsprechend den kreditvertraglichen Regelungen wie in den Vorjahren durchgängig eingehalten.

Finanzmanagement

Das Ziel des Finanzmanagements der Schaeffler Gruppe ist es, eine ausreichende Liquidität des Konzerns sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen zu jeder Zeit sicherzustellen. Das Finanzmanagement umfasst dabei insbesondere das Kapital- sowie das Liquiditätsmanagement.

Das zentral organisierte Kapitalmanagement stellt die von den Gesellschaften der Schaeffler Gruppe benötigten finanziellen Ressourcen bereit, gewährleistet die langfristige Liquiditätsversorgung und sichert die Kreditwürdigkeit der Schaeffler Gruppe. Darüber hinaus dient das Kapitalmanagement der Verwaltung und kontinuierlichen Optimierung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten in Form der externen Konzernfinanzierung. Die Schaeffler Gruppe hat hierzu alle erforderlichen Voraussetzungen geschaffen, um effizient Fremd- und Eigenkapitalmittel über den Kapitalmarkt zu beschaffen. Auch zukünftig legt das Management der Schaeffler Gruppe seinen Fokus auf die Fähigkeit, Finanzinstrumente bei einer breiten Investorenbasis zu platzieren und die Konditionen weiter zu verbessern. Hierzu soll insbesondere das im Jahr 2016 erstmals erlangte Investment Grade-Rating langfristig gehalten werden.

Die externe Konzernfinanzierung wird in erster Linie durch Geld- und Kapitalmarktinstrumente sowie syndizierte und bilaterale Kreditlinien internationaler Banken gewährleistet. In diesem Zusammenhang ist insbesondere auch eine revolvierende Kreditlinie (Revolving Credit Facility) in Höhe von 1.300 Mio. EUR vereinbart, die zur Abdeckung eines kurz- bis mittelfristigen Liquiditätsbedarfs zur Verfügung steht. Darüber hinaus nutzt die Schaeffler Gruppe in begrenztem Maße Forderungsverkaufsprogramme zur Liquiditätssteuerung und Optimierung des Working Capital. Hierzu steht ein Programm zum revolvierenden Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem zugesagten Finanzierungsvolumen von 150 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR) zur Verfügung. Darüber hinaus kann die Schaeffler Gruppe selektiv ein weiteres Forderungsverkaufsprogramm ohne fest zugesagtes Finanzierungsvolumen nutzen.

Für die Finanzierung der in- und ausländischen Tochterunternehmen gilt der Grundsatz der internen Finanzierung. Zu diesem Zweck wird der Finanzierungsbedarf von Tochterunternehmen, soweit möglich und kommerziell vertretbar, über interne Darlehensbeziehungen abgedeckt. Entsprechend erfolgte die Finanzierung der Tochterunternehmen primär über Darlehen der Schaeffler AG sowie eines weiteren Tochterunternehmens. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements erfolgt zwischen den Konzerngesellschaften ein kurz- bzw. mittelfristiger Liquiditätsausgleich primär durch sog. Cash Pools oder Konzerndarlehen. Daneben vereinbart der Bereich Corporate Treasury vereinzelt auch Kreditlinien für Tochterunternehmen mit lokalen Banken, um rechtlichen, steuerlichen oder sonstigen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Lokale Finanzierungen werden vor allem zur Abdeckung von Schwankungen im Working Capital eingesetzt.

Ein zentrales Finanzmanagement durch den Bereich Corporate Treasury gewährleistet zudem ein einheitliches Auftreten an den Kapitalmärkten sowie gegenüber Ratingagenturen, beseitigt strukturelle Unterschiede zwischen den einzelnen Gläubigergruppen und stärkt die Verhandlungsposition gegenüber Kreditinstituten und anderen Marktteilnehmern. Darüber hinaus ermöglicht das zentrale Finanzmanagement eine zentrale Allokation von Liquidität und ein konzernweites Management von finanziellen Risiken (Währungen und Zinsen) auf Basis von Nettopositionen.

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