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Wirtschaftsbericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Berichtsjahr 2017 setzte sich der bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 zu beobachtende konjunkturelle Aufschwung der Weltwirtschaft weiter fort. Das globale Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich im Jahr 2017 um 3,7 %; dies entspricht der stärksten Wachstumsrate seit sechs Jahren (Oxford Economics, Januar 2018). Die Zunahme der Dynamik erfasste dabei große Teile der fortgeschrittenen Volkswirtschaften sowie der Schwellen- und Entwicklungsländer.

In der Eurozone zeigte sich länder- und sektorübergreifend eine Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts erreichte den höchsten Wert innerhalb des letzten Jahrzehnts. Gestützt wurde die Entwicklung sowohl von privatem Konsum und Investitionen als auch von einer starken Auslandsnachfrage im Zuge der weltweiten konjunkturellen Erholung. Die deutsche Wirtschaft expandierte kräftig und erzielte den stärksten Zuwachs seit dem Jahr 2011. Im Vereinigten Königreich zeigte sich hingegen eine gedämpfte Dynamik. Die anhaltende Unsicherheit im Zuge des bevorstehenden Austritts aus der EU sowie die Folgen der deutlichen Abwertung des Pfund trugen dazu bei, dass das dortige Wirtschaftswachstum hinter die Entwicklung der Eurozone zurückfiel. In den USA nahm die wirtschaftliche Aktivität nach einem schwachen ersten Quartal 2017 im Rest des Berichtsjahres deutlich zu. Die US-Notenbank setzte die graduelle Straffung der Geldpolitik fort und erhöhte den Leitzins insgesamt drei weitere Male. In Japan konnte eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage beobachtet werden. Insbesondere im Zuge der verstärkten Auslandsnachfrage erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt stärker als erwartet.

In China war erstmals seit 2010 wieder eine vorübergehende leichte Beschleunigung des Wachstums zu beobachten, wozu maßgeblich die verstärkte Exportnachfrage beitrug. Darüber hinaus gewann der private Konsum gegenüber den Investitionen – im Einklang mit der fortgesetzten Restrukturierung der Wirtschaft – weiter an Bedeutung. In Indien verlangsamte sich vorübergehend die wirtschaftliche Dynamik aufgrund von Einmaleffekten. In Brasilien und Russland hingegen zeigte sich jeweils eine wirtschaftliche Belebung nach der vorangegangenen tiefen Rezession.

Für die Regionen der Schaeffler Gruppe zeichnete sich vor diesem Hintergrund folgendes Bild im Berichtsjahr ab: In der Region Europa erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt um 3,3 %, in der Region Americas wuchs die Wirtschaftsleistung um 2,0 %. In der Region Greater China war ein Zuwachs in Höhe von 6,5 % zu beobachten, während in der Region Asien/Pazifik das Bruttoinlandsprodukt um 3,6 % anstieg.

An den globalen Kapitalmärkten waren im Berichtsjahr z. T. deutliche Zuwächse zu verzeichnen. So erreichten sowohl der Dow Jones Industrial Average (DJIA) als auch der Deutsche Aktienindex (DAX) im vierten Quartal 2017 jeweils neue Allzeithochs.

An den Devisenmärkten wertete der Euro im Verlauf des Berichtsjahres gegenüber den für die Schaeffler Gruppe wichtigen Fremdwährungen jeweils durchgängig auf. Beim Vorjahresvergleich auf Grundlage von Jahresdurchschnittswerten zeigte sich hingegen ein uneinheitliches Bild. Im Jahresmittel gewann die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar, dem chinesischen Renminbi sowie dem mexikanischen Peso an Wert. Gegenüber dem südkoreanischen Won und der indischen Rupie wertete der Euro hingegen im Jahresmittel leicht ab.

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Automobilproduktion und des Fahrzeugbestandes haben einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung des Automotive OEM- und Automotive Aftermarket-Geschäfts der Schaeffler Gruppe. Indikator für die Geschäftsentwicklung der Sparte Industrie ist u. a. die globale Entwicklung der Industrieproduktion.

Automobilproduktion

Die weltweite Automobilproduktion, gemessen an der Anzahl produzierter Pkw und leichter Nutzfahrzeuge, erhöhte sich um 2,1 % auf rd. 95,1 Mio. Stück (IHS, Februar 2018). Hierbei fiel nach einem starken ersten Quartal 2017 die Zuwachsrate im Rest des Berichtsjahres jeweils spürbar geringer aus.

In der Region Europa erhöhte sich die Automobilproduktion mit einem Zuwachs in Höhe von 3,9 % deutlich. Während in der Türkei, Frankreich und Russland überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten zu beobachten waren, zeigte sich v. a. in Deutschland und Spanien jeweils ein Rückgang. In Indien, ebenfalls Teil der Region Europa, verblieb der Zuwachs trotz einer deutlichen Verlangsamung der Dynamik weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. In der Region Americas lag die Automobilproduktion um 0,9 % unter dem Niveau des Vorjahres, da die deutliche Kontraktion in Kanada und v. a. den USA nicht vollständig von den sehr deutlichen Zuwächsen in Brasilien und Mexiko kompensiert wurde. In der Region Greater China lag das Wachstum der Automobilproduktion bei 2,6 % und somit deutlich unter dem hohen Vorjahreswert. Maßgeblicher Grund für die Verringerung der Dynamik war die Reduktion staatlicher Kaufanreize. In der Region Asien/Pazifik erhöhte sich die Automobilproduktion um 2,1 %, insbesondere getrieben durch ein starkes erstes Halbjahr in Japan. In Südkorea zeigte sich hingegen eine leichte Kontraktion.

Fahrzeugbestand und Durchschnittsalter der Fahrzeuge

Der weltweite Fahrzeugbestand, gemessen an der Anzahl von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, erhöhte sich im Jahr 2017 um 3,9 % auf rd. 1,3 Milliarden Stück (IHS, Februar 2018). Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge erhöhte sich geringfügig auf 9,5 Jahren.

In der Region Europa der Schaeffler Gruppe wuchs der Fahrzeugbestand um 2,8 % auf knapp 530 Millionen Stück, das mittlere Alter erhöhte sich auf 11,7 Jahre. In Indien zeigte sich ein überdurchschnittlich hoher Anstieg des Bestandsniveaus. In der Region Americas nahm der Fahrzeugbestand um 2,1 % auf rd. 420 Millionen Stück zu, wobei der Zuwachs in Südamerika etwas höher ausfiel als in den drei NAFTA-Staaten. Das durchschnittliche Alter des Fahrzeugbestands erhöhte sich auf 9,8 Jahre. In der Region Greater China wuchs der Fahrzeugbestand

um 12,3 % auf rd. 200 Millionen Stück, das Durchschnittsalter erhöhte sich auf 5,2 Jahre. In der Region Asien/Pazifik stieg der Fahrzeugbestand um 2,5 % auf gut 175 Millionen Stück, maßgeblich getrieben durch die Entwicklung in Südostasien. Das mittlere Fahrzeugalter erhöhte sich auf 8,4 Jahre.

Industrieproduktion

Die weltweite Industrieproduktion, gemessen an der Bruttowertschöpfung auf Basis konstanter Preise und Wechselkurse, erhöhte sich um 3,6 % (Oxford Economics, Dezember 2017).

In der Region Europa legte die Industrieproduktion um 2,2 % zu. Maßgeblichen Anteil hieran hatte die positive Entwicklung in Deutschland, wo der Zuwachs u. a. infolge der gestiegenen Auslandsnachfrage spürbar höher lag als in den Jahren zuvor. In Indien zeigte sich hingegen eine deutliche Verringerung der Wachstumsdynamik. In der Region Americas erhöhte sich die Industrieproduktion um 2,4 %. Sowohl in den USA als auch in Lateinamerika (v. a. Brasilien) zeigte sich nach der schwachen Entwicklung im Vorjahr jeweils eine Erholung. In Mexiko hingegen stagnierte die Produktion erneut auf dem Niveau des Vorjahres. In der Region Greater China legte die Industrieproduktion mit 6,2 % deutlich zu, wobei sich die Wachstumsdynamik im zweiten Halbjahr leicht verringerte. In der Region Asien/Pazifik lag der Zuwachs der Industrieproduktion bei 3,9 %. Wesentlicher Treiber war hierbei die positive Entwicklung in Japan, zudem zeigte sich auch in Südkorea eine Zunahme der Dynamik.

Beschaffungsmärkte

Für die Herstellung ihrer Produkte verwendet die Schaeffler Gruppe verschiedene Materialien, insbesondere verschiedene Sorten Stahl, Aluminium, Kupfer, Zink sowie Kunst- und Schmierstoffe. Die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten beeinflusst die Kosten der Schaeffler Gruppe in unterschiedlichem Ausmaß und ggf. zeitverzögert, jeweils abhängig von der Vertragsgestaltung mit den Lieferanten.

Im Verlauf des Berichtsjahres konnte an den Beschaffungsmärkten für wesentliche Vormaterialien der Schaeffler Gruppe mehrheitlich ein Preisanstieg beobachtet werden. Beim Vorjahresvergleich auf Basis von Jahresdurchschnittswerten zeigte sich einheitlich ein höheres Preisniveau.

Stahl wird zur Herstellung von Wälzlagern und Automobilkomponenten verwendet. Die durchschnittlichen Preise für kalt- und warmgewalzte Stähle erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr, abhängig von der Beschaffungsregion, zwischen rd. 13 bis knapp unter 40 %. Hüttenkohle, ein wichtiges Vorprodukt für Stahl und insbesondere auch Gussteile auf Kohlenstoffbasis, verteuerte sich um rd. 30 %.

Aluminium wird vor allem für Druckguss-, Stanz- und Biegeteile verwendet, während Zink u. a. für Beschichtungen von mechanischen Bauteilen eingesetzt wird. Kupfer kommt insbesondere bei Elektromotoren und mechatronischen Bauteilen zum Einsatz. Im Zuge einer erhöhten weltweiten Nachfrage und eines gleichzeitig verringerten Angebots in China stieg der Preis für Aluminium im Jahresdurchschnitt um mehr als 20 % an. Der Preis für Kupfer erhöhte sich um mehr als 25 %, u. a. infolge des stärkeren Wachstums der weltweiten Industrieproduktion. Der durchschnittliche Preis von Zink lag um nahezu 40 % über dem Mittelwert des Vorjahres.

Kunststoffe werden z. B. als Käfigwerkstoff in Wälzlagern und Schmierstoffe zur Reduzierung von Reibung in Bauteilen oder zur Konservierung eingesetzt. Kunst- und Schmierstoffe werden häufig auf Rohölbasis hergestellt. Vor dem Hintergrund einer verstärkten Nachfrage und der Fortsetzung des OPEC-Abkommens zur Begrenzung der Fördermenge stieg der Preis für Rohöl auf den höchsten Wert seit zwei Jahren. Im Jahresdurchschnitt betrachtet lag er um knapp 25 % über dem Mittelwert des Vorjahres. Gemessen am ICIS Global Petrochemical Index (IPEX) verteuerten sich die durchschnittlichen Preise verarbeiteter petrochemischer Produkte, zu denen die von der Schaeffler Gruppe eingesetzten Kunststoffe zählen, um mehr als 15 % gegenüber dem Mittelwert des Vorjahrs.

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