Suchbegriff

Wirtschaftsbericht

Geschäftsverlauf

Geschäftsentwicklung 2017 im Überblick

Die Schaeffler Gruppe hat ihre positive Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2017 weiter fortgesetzt, insbesondere durch die positive Wachstumsdynamik im zweiten Halbjahr. Das Automotive-Geschäft wuchs dabei erneut stärker als der Markt, d. h. die globale Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. In der Sparte Industrie wurden die Effizienz- und Kostensenkungsmaßnahmen konsequent umgesetzt und zeigen Wirkung.

Der Umsatz der Schaeffler Gruppe stieg im Berichtsjahr um 5,1 % auf 14.021 Mio. EUR (Vj.: 13.338 Mio. EUR). Ohne Berücksichtigung von Währungsumrechnungseffekten betrug das Wachstum 5,9 %, was auf beide Sparten zurückzuführen war. Das Wachstum wurde hierbei durch alle Regionen der Schaeffler Gruppe, insbesondere Greater China, getragen.

Das Markt- und Wettbewerbsumfeld der Sparte Automotive war auch 2017 weiterhin von den dynamischen Veränderungen der Mobilität bestimmt, was durch den fortschreitenden technologischen Wandel und den damit verbundenen hohen Investitionen gekennzeichnet ist. In diesem herausfordernden Umfeld steigerte die Sparte die Umsatzerlöse um 5,1 % auf 10.869 Mio. EUR (Vj.: 10.338 Mio. EUR). Währungsbereinigt erzielte die Sparte ein Umsatz-Plus von 5,9 %. Im vierten Quartal lag das währungsbereinigte Umsatzplus bei 8,3 %. Dank des starken dritten und vierten Quartals wuchs die Sparte Automotive im Gesamtjahr erneut stärker als die weltweiten Produktionsstückzahlen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, die um 2,1 % angestiegen sind.

Die Sparte Industrie konnte vor dem Hintergrund einer steigenden globalen Industrieproduktion ihre Umsatzerlöse im Berichtsjahr um 5,1 % auf 3.152 Mio. EUR (Vj.: 3.000 Mio. EUR) steigern. Währungsbereinigt erzielte die Sparte ein Umsatz-Plus von 5,7 %, was maßgeblich auf höhere Volumina in der Region Greater China zurückzuführen war. Im vierten Quartal erzielte die Sparte Industrie ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 9,0 %. Diese Werte belegen, dass die Sparte Industrie nachhaltig auf Wachstumskurs zurückgekehrt ist.

Das EBIT der Schaeffler Gruppe lag im Berichtszeitraum bei 1.528 Mio. EUR (Vj.: 1.556 Mio. EUR). Die EBIT-Marge lag bei 10,9 % (Vj.: 11,7 %). Bereinigt um Sondereffekte in Höhe von 56 Mio. EUR betrug das EBIT 1.584 Mio. EUR (Vj.: 1.700 Mio. EUR). Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag bei 11,3 % (Vj.: 12,7 %). In der Sparte Industrie hat sich die EBIT-Marge vor Sondereffekten auf 8,1 % (Vj.: 7,3 %) verbessert und somit weiter stabilisiert. Hingegen sank die EBIT-Marge vor Sondereffekte bei der Sparte Automotive auf 12,2 % (Vj.: 14,3 %) v. a. durch den erhöhten Preisdruck im Automotive-Erstausrüstungsgeschäft bei gleichzeitig zunehmenden Kosten für Neuanläufe und gestiegenen Vorleistungen durch erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten.

Das Konzernergebnis stieg um 14,3 % von 872 Mio. EUR auf 997 Mio. EUR. Nach Abzug des den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbaren Konzernergebnisses in Höhe von 17 Mio. EUR (Vj.: 13 Mio. EUR) lag das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbare Konzernergebnis bei 980 Mio. EUR, 14,1 % über dem Vorjahreswert (Vj.: 859 Mio. EUR). Das Ergebnis je Stammaktie betrug 1,47 EUR (Vj.: 1,29 EUR). Das Ergebnis je Vorzugsaktie betrug 1,48 EUR (Vj.: 1,30 EUR).

Die Schaeffler Gruppe erzielte im Berichtsjahr einen Free Cash Flow in Höhe von 488 Mio. EUR und lag damit um 247 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 735 Mio. EUR. Dies beruhte zum einen auf einem von 1.876 Mio. EUR auf 1.778 Mio. EUR gesunkenen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, der im Geschäftsjahr 2017 u. a. durch nicht nachhaltige Mittelabflüsse belastet war. Zum anderen stiegen die Investitionsauszahlungen (Capex) im Berichtsjahr um 11,1 % auf 1.273 Mio. EUR (Vj.: 1.146 Mio. EUR). Dies entspricht 9,1 % vom Umsatz (Vj.: 8,6 %).

Der Schaeffler Value Added vor Sondereffekten (SVA) belief sich im Berichtszeitraum auf 787 Mio. EUR (Vj.: 939 Mio. EUR); dies entspricht einer Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) vor Sondereffekten von 19,9 % (Vj.: 22,3 %). Der Rückgang beruhte sowohl auf der schwächeren Ergebnisentwicklung im Vergleich zum Vorjahr als auch auf dem Anstieg des durchschnittlich gebundenen Kapitals.

Wesentliche Ereignisse 2017

Fitch bewertet Schaeffler AG mit Investment Grade

Am 25. April 2017 publizierte die Ratingagentur Fitch Ratings erstmals ein Rating für die Schaeffler AG. Fitch bewertete die Schaeffler AG mit BBB- (Investment Grade), der Ausblick ist stabil. Die Anleihen wurden ebenfalls mit einem BBB- Rating eingestuft. Damit wird die Schaeffler AG nun von den drei Ratingagenturen Fitch, Moody’s sowie Standard & Poor’s bewertet.

Dividende – Erhöhung auf 50 Cent je Vorzugsaktie

Die Hauptversammlung der Schaeffler AG hat am 26. April 2017 beschlossen, eine Dividende in Höhe von 0,49 EUR je Stammaktie (Vj.: 0,34 EUR; Sonderdividende 0,15 EUR) und 0,50 EUR je Vorzugsaktie (Vj.: 0,35 EUR; Sonderdividende 0,15 EUR) an die Aktionäre der Schaeffler AG für das Geschäftsjahr 2016 auszuzahlen. Dies entspricht einer Ausschüttung von 34,1 % bezogen auf das den Anteilseignern zurechenbare Konzernergebnis vor Sondereffekten und liegt damit innerhalb der vom Unternehmen geplanten Ausschüttungsquote in Höhe von 30 bis 40 %.

Schaeffler beschleunigt Transformation

Der vom 10. bis 13. Juli 2017 durchgeführte Strategie-Dialog 2017 der Schaeffler Gruppe stand im Zeichen der notwendigen Richtungsentscheidungen zu ausgewählten strategischen Fragestellungen. U. a. wurde beschlossen, zum 01. Januar 2018 einen eigenständigen Unternehmensbereich E-Mobilität zu schaffen. In diesem werden sämtliche Produkte und Systemlösungen für hybride und rein batteriebetriebene Fahrzeuge gebündelt. Darüber hinaus wird neben dem deutschen Kompetenzzentrum für E-Mobilität in Bühl ein weiteres Kompetenzzentrum E-Mobilität in China aufgebaut, um so der wachsenden Bedeutung des chinesischen Marktes im Bereich der E-Mobilität Rechnung zu tragen. In der Sparte Industrie wird seit dem 01. Januar 2018 das gesamte industriespezifische Geschäft mit mechatronischen Systemen und digitalen Dienstleistungen sowie den dafür erforderlichen Komponenten in einer eigenständigen Organisationseinheit Industrie 4.0 zusammengefasst. Die getroffenen Richtungsentscheidungen basieren auf dem Modell des integrierten Automobil- und Industriezulieferers und der Unternehmensstrategie „Mobilität für morgen“ mit ihren drei zentralen Zukunftschancen E-Mobilität, Industrie 4.0 und Digitalisierung.

Indische Tochtergesellschaften werden zusammengeführt

Die Schaeffler Gruppe hat am 30. August 2017 die geplante Verschmelzung der drei Tochtergesellschaften in Indien – Schaeffler India Ltd. (vormals FAG Bearings India Ltd.), INA Bearings India Private Ltd. und LuK India Private Ltd. – bekannt gegeben. Die Verschmelzung steht noch unter dem Vorbehalt der lokal erforderlichen regulatorischen Genehmigungen sowie der Zustimmung der Minderheitsaktionäre. Das Closing der Transaktion wird voraussichtlich im dritten Quartal 2018 erfolgen. Ziel dieser Transaktion ist es, die bisherige Struktur zu vereinfachen, Komplexität zu reduzieren und eine starke Schaeffler-Einheit in Indien zu schaffen, um so das zukünftige Wachstumspotenzial in Indien noch besser realisieren zu können. Ausgehend von der Strategie „Mobilität für morgen“ und dem Exzellenzprogramm „Agenda 4 plus One“ unternimmt das Unternehmen überdies einen weiteren wichtigen Schritt, um die Marke „Schaeffler“ als globale Dachmarke zu etablieren und einen weltweit einheitlichen Auftritt sicherzustellen. Die Gesellschaft wird unter dem Namen „Schaeffler India Limited“ firmieren und weiter börsennotiert bleiben. Im Zuge der Transaktion wird sich der durchgerechnete Anteil der Schaeffler AG an der Schaeffler India Limited von heute rd. 51 % auf rd. 74 % erhöhen.

Schaeffler etabliert dritte Unternehmenssparte

Das Präsidium des Aufsichtsrats der Schaeffler AG hat in seiner Sitzung am 05. Oktober 2017 dem Vorschlag des Vorstands der Schaeffler AG zugestimmt, den bisherigen Unternehmensbereich Automotive Aftermarket ab 01. Januar 2018 zu einem eigenständigen Vorstandsressort zu erheben und als dritte Unternehmenssparte zu etablieren. Mit der Etablierung des neuen Vorstandsressorts teilt die Schaeffler Gruppe ihr Geschäft zukünftig in die drei Sparten Automotive OEM, Automotive Aftermarket und Industrie.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat der Schaeffler AG beschlossen, Herrn Michael Söding mit Wirkung zum 01. Januar 2018 zum Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG zu bestellen. Er hat auf Vorstandsebene die Verantwortung für das Automotive Aftermarket-Geschäft übernommen. Herr Söding war seit 2009 Vorsitzender der Geschäftsleitung des Unternehmensbereichs Automotive Aftermarket.

Die drei Sparten werden zukünftig aus den dezentralen Standorten Bühl, Langen und Schweinfurt gesteuert. Dabei wird Bühl künftig der Hauptsitz der Sparte Automotive OEM sein. Die neue Sparte Automotive Aftermarket wird aus Langen geführt. Die Sparte Industrie behält ihren Hauptsitz in Schweinfurt. Die Konzernzentrale der Schaeffler Gruppe ist in Herzogenaurach.

Investition in Aftermarket Kitting Operation (AKO)

Der Vorstand der Schaeffler AG hat im November 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrates beschlossen, 180 Mio. EUR für die Errichtung eines hochmodernen Montage- und Verpackungszentrums, genannt „Aftermarket Kitting Operation“ (AKO), im Industriegebiet „Star Park“ der Stadt Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt zu investieren. Auf einer Grundfläche von mehr als 40.000 Quadratmetern werden künftig automobile Ersatzteile und Reparaturlösungen, die Schaeffler für den Automotive Aftermarket vorhält, zusammengestellt und verpackt. Ziel des neuen Montage- und Verpackungszentrums ist es, die Abläufe im Automotive Aftermarket weiter zu optimieren und die Lieferqualität nachhaltig zu erhöhen.

M&A Strategie weiter umgesetzt

Am 04. Oktober 2017 hat die Schaeffler Gruppe einen Kaufvertrag für 100 % der Anteile der autinity systems GmbH abgeschlossen. Das in Chemnitz angesiedelte IT-Unternehmen ist spezialisiert auf digitale Maschinendatenerfassung und -auswertung. Der Kauf stellt einen weiteren wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Digitalen Agenda der Schaeffler Gruppe dar und ist Teil der verabschiedeten M&A-Strategie des Unternehmens. Diese sieht zur Unterstützung der Strategie „Mobilität für morgen“ technologische Ergänzungen in sieben strategischen Suchfeldern für Industrie und Automotive vor.

Ein Jahr nach Übernahme der Mehrheit an der Compact Dynamics GmbH hat die Schaeffler Gruppe am 12. Dezember 2017 die restlichen 49 % der Anteile des Unternehmens von der SEMIKRON International GmbH erworben. Die Compact Dynamics GmbH mit Sitz in Starnberg ist ein Entwicklungsspezialist auf dem Gebiet innovativer, elektrischer Antriebskonzepte mit Fokus auf Hochleistungsantrieben und integriertem Leichtbau in Kleinserien und in Motorsportanwendungen. Mit der Akquisition erweitert Schaeffler seine Kompetenzen im Bereich E-Motoren und Leistungselektronik für die Entwicklung und Fertigung von elektrischen Antrieben.

Personalia

Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG hat in seiner Sitzung am 17. Juli 2017 Herrn Dietmar Heinrich (vormals Regionaler CEO Europa) zum Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG bestellt. Er hat zum 01. August 2017 das Amt des Finanzvorstands übernommen und wurde so Nachfolger von Herrn Dr. Ulrich Hauck. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat der Schaeffler AG beschlossen, den Vertrag von Herrn Dr. Stefan Spindler, Vorstand der Sparte Industrie, um fünf Jahre bis zum 30. April 2023 zu verlängern. Herr Jürgen Ziegler wurde zum 01. August 2017 Mitglied des Executive Board der Schaeffler Gruppe und übernahm als Nachfolger von Herrn Heinrich dort die Position des Regionalen CEO Europa.

Im November 2017 hat Herr Oliver Jung, Vorstand Produktion, Logistik und Einkauf, den Aufsichtsrat in Kenntnis gesetzt, dass er seinen Vorstandsvertrag, der zum 30. September 2018 ausläuft, nicht verlängern wird. Der Aufsichtsrat hat den Wunsch von Herrn Jung zur Kenntnis genommen.

Geschäftsentwicklung im Vergleich zum Ausblick 2017

Die Schaeffler Gruppe prognostizierte für das Geschäftsjahr 2017 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 4 bis 5 %. Diese Prognose basierte insbesondere auf der Annahme eines weltweiten Wachstums der Automobilproduktion in Höhe von rd. 1,5 % sowie einer geringfügigen Zunahme der weltweiten Industrieproduktion. Auf dieser Basis ging das Unternehmen davon aus, eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 12 bis 13 % zu erzielen. Gleichzeitig wurde ein Free Cash Flow von rd. 600 Mio. EUR erwartet. Aufgrund einer im Vorjahresvergleich deutlich schwächeren Ergebnisentwicklung der Sparte Automotive im zweiten Quartal 2017 hat der Vorstand am 26. Juni 2017 beschlossen, die Prognose für die EBIT-Marge vor Sondereffekten auf 11 bis 12 % zu reduzieren. Gleichzeitig wurde die Free Cash Flow-Erwartung von rd. 600 Mio. EUR auf rd. 500 Mio. EUR reduziert. Die Umsatzprognose wurde bestätigt.

Das währungsbereinigte Umsatzwachstum der Schaeffler Gruppe lag 2017 bei 5,9 %. Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2017 von 4 bis 5 % wurde somit übertroffen. Hierbei steigerte die Sparte Automotive die währungsbereinigten Umsatzerlöse gegenüber 2016 um 5,9 %. Die Sparte Industrie verzeichnete ein währungsbereinigtes Umsatz-Plus von 5,7 %.

Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag bei 11,3 % und befand sich somit innerhalb der am 26. Juni 2017 auf 11 bis 12 % (zuvor 12 bis 13 %) reduzierten Ergebnisprognose.

Der Free Cash Flow betrug im Geschäftsjahr 2017 488 Mio. EUR und erreichte damit ebenfalls die am 26. Juni 2017 auf rd. 500 Mio. EUR (zuvor rd. 600 Mio. EUR) angepasste Prognose. Der Free Cash Flow im Berichtsjahr enthält dabei Nettoauszahlungen aus M&A-Aktivitäten in Höhe von 27 Mio. EUR.

Seite teilen

Schaeffler verwendet Cookies, um Ihnen eine optimale Nutzung zu gewährleisten. Durch die weitere Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Akzeptieren