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Konzernlagebericht

Prognosebericht

Erwartete Entwicklung Konjunktur und Absatzmärkte

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist im Jahr 2018 mit einer weiteren Zunahme der weltwirtschaftlichen Dynamik zu rechnen (Januar 2018). Der IWF rechnet mit einem Zuwachs des globalen Bruttoinlandsprodukts von 3,9 %. Oxford Economics erwartet ebenfalls einen Zuwachs in dieser Höhe (Januar 2018). Vor diesem Hintergrund geht die Schaeffler Gruppe für das Jahr 2018 davon aus, dass das Wachstum der Weltwirtschaft bei knapp 4 % liegen wird.

Die erwartete Entwicklung der Weltwirtschaft ist mit einer Reihe von Unsicherheiten verbunden. Sollte es an den internationalen Aktienmärkten zu anhaltenden Kurskorrekturen kommen, könnte dies negativ auf die realwirtschaftliche Entwicklung ausstrahlen. Darüber hinaus könnte eine stärker als erwartete Straffung der globalen Finanzierungsbedingungen – z. B. in Form einer unvorhergesehenen Erhöhung des Zinsniveaus – insbesondere die Entwicklung in anfälligen Schwellenländern beeinträchtigen und zudem ebenfalls zu Instabilität an den globalen Finanzmärkten führen. In China besteht nach wie vor das Risiko eines unerwarteten Wachstumseinbruchs, insbesondere vor dem Hintergrund der Verschuldungsproblematik im Land. Schließlich könnte die Entwicklung der Weltwirtschaft auch von einer Zunahme des Handelsprotektionismus sowie von einer Eskalation bestehender geopolitischer Konflikte beeinträchtigt werden.

Die Verhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU konzentrieren sich derzeit auf die zukünftigen Wirtschaftsbeziehungen beider Volkswirtschaften. Nach gegenwärtigem Stand erscheint es unwahrscheinlich, dass es hierbei nicht zu einer Einigung kommt – mit der Folge eines ungeordneten Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU und einem Rückfall auf die Regeln der Welthandelsorganisation. Darüber hinaus ist derzeit von einer Übergangsperiode bis Ende 2020 auszugehen, während der das Vereinigte Königreich weiterhin Teil des EU-Binnenmarkts und der Europäischen Zollunion bleibt. Sollte sich allerdings frühzeitig ein aus Sicht des Vereinigten Königreichs nachteiliges Verhandlungsergebnis abzeichnen, könnte dies bereits im Vorfeld zu (weiteren) ökonomischen Verwerfungen führen – v. a. im Vereinigten Königreich selbst, aber im Zuge von bestehenden Handelsverflechtungen auch in anderen EU-Staaten.

Unter Berücksichtigung der Prognosen des Analyseinstituts IHS (Februar 2018) erwartet die Schaeffler Gruppe für das Geschäftsjahr 2018 ein Wachstum der weltweiten Automobilproduktion in Höhe von etwa 2 %, gemessen an der Stückzahl von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Für die Region Europa erwartet die Schaeffler Gruppe einen Zuwachs von etwa 3,5 %, für die Region Americas einen Zuwachs von etwa 1,5 %. Bei der Region Greater China geht die Schaeffler Gruppe von einem Zuwachs von etwa 3 % aus, während für die Region Asien/Pazifik hingegen ein Rückgang um etwa 1 % erwartet wird.

Vor dem Hintergrund der Prognosen von IHS (Februar 2018) rechnet die Schaeffler Gruppe für das Geschäftsjahr 2018 damit, dass der Zuwachs des weltweiten Fahrzeugbestands, gemessen an der Anzahl von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, bei nahezu unverändertem Durchschnittsalter geringfügig niedriger ausfallen wird als 2017.

Die Schaeffler Gruppe erwartet für das Geschäftsjahr 2018 ein Wachstum der weltweiten Industrieproduktion in vergleichbarer Höhe wie 2017 (Oxford Economics, Dezember 2017).

Ausblick Schaeffler Gruppe

Die Schaeffler Gruppe rechnet für das Geschäftsjahr 2018 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 5 bis 6 %.

Zugleich geht das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018 davon aus, eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 10,5 bis 11,5 % zu erzielen.

Für das Jahr 2018 erwartet die Schaeffler Gruppe zudem einen Free Cash Flow vor Einund Auszahlungen für M&A-Aktivitäten von rd. 450 Mio. EUR. Abweichend zu der im Vorjahr prognostizierten Kennzahl wird der Free Cash Flow ab dem Geschäftsjahr 2018 vor Einund Auszahlungen für M&A-Aktivitäten dargestellt. Der angepasste Vergleichswert, also der Free Cash Flow vor Einund Auszahlungen für M&A-Aktivitäten für das Geschäftsjahr 2017, beträgt 515 Mio. EUR.

Der Konzern erwartet, dass die Sparte Automotive OEM auch 2018 stärker wachsen wird als die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, für die ein Wachstum in Höhe von etwa 2 % angenommen wird. Auf dieser Basis rechnet die Schaeffler Gruppe im Geschäftsjahr 2018 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum in Höhe von 6 bis 7 % (2017: 6,5 %) für die Sparte Automotive OEM. Gestützt wird diese Erwartung durch die in der Berichtsperiode 2017 akquirierten Aufträge,

Ferner wird für die Sparte Automotive OEM eine EBIT-Marge vor Sondereffekten zwischen 9,5 und 10,5 % für das Jahr 2018 erwartet (2017: 10,8 %).

Das Aftermarket-Geschäft dürfte – auf der Grundlage eines stabilen Zuwachses des weltweiten Fahrzeugbestands bei nahezu unverändertem Durchschnittsalter – ebenfalls weiter wachsen. Ausgehend von eigenen Marktbeobachtungen erwartet der Konzern im Jahr 2018 für die Sparte Automotive Aftermarket ein Umsatzwachstum vor Währungseinflüssen von 3 bis 4 % (2017: 3,2 %) und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 16,5 bis 17,5 % (2017: 19,0 %).

In der Sparte Industrie weist die positive Entwicklung der Auftragseingänge in Kombination mit konjunkturellen Rahmenbedingungen in einzelnen Sektoren auf leicht steigende Umsatzerlöse für 2018 hin. Auf dieser Basis geht das Unternehmen davon aus, in der Sparte Industrie im Geschäftsjahr 2018 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum in Höhe von 3 bis 4 % (2017: 5,7 %) zu erzielen. Darüber hinaus soll in der Sparte Industrie eine EBIT-Marge vor Sondereffekten zwischen 9 und 10 % (2017: 8,0 %) im Jahr 2018 erzielt werden.



Herzogenaurach, 19. Februar 2018



Der Vorstand

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