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Konzernstrategie und -steuerung

Strategie – „Mobilität für morgen“

Die Schaeffler Gruppe ist ein global tätiger Automobil- und Industriezulieferer. Höchste Qualität, herausragende Technologie und ausgeprägte Innovationskraft sind die Basis für den anhaltenden Erfolg der Schaeffler Gruppe. Mit Präzisionskomponenten und Systemen in Motor, Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen für eine Vielzahl von Industrieanwendungen leistet die Schaeffler Gruppe bereits heute einen entscheidenden Beitrag für die „Mobilität für morgen“.

Für den Weg in die Zukunft hat die Schaeffler Gruppe Ende 2016 die Strategie „Mobilität für morgen“ ausgearbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Umsetzung dieser Strategie wurde auch 2017 weiter vorangetrieben: Bspw. wurden mit der Schaffung des neuen Unternehmensbereiches E-Mobilität sowie der Organisationseinheit Industrie 4.0 die Weichen für die weitere Entwicklung in zwei zentralen Zukunftsfeldern gestellt. Alle Initiativen des Exzellenzprogramms „Agenda 4 plus One“ befinden sich in der Umsetzungsphase. Der Umsetzungsstand des Programms, das sog. Completion Ratio, liegt aktuell bei 35 %. Nach umfassenden Kommunikationsmaßnahmen ist die Strategie innerhalb des Unternehmens vollständig bekannt und verstanden. Dabei sind alle strategischen Aktivitäten, von der Konzeption über die Implementierung bis zur Kommunikation, auf die gleichen grundsätzlichen Inhalte ausgerichtet: Eine gemeinsame Vision und Mission, 4 Fokusfelder, 8 strategische Eckpfeiler und die 20 strategischen Initiativen der „Agenda 4 plus One“.

Vision und Mission

Die Schaeffler Gruppe formuliert in ihrer Mission den Auftrag, dem sie sich verpflichtet fühlt. Dabei stehen drei zentrale Grundgedanken im Mittelpunkt: partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Kunden und Geschäftspartnern, höchste Fertigungskompetenz und ausgeprägtes Systemverständnis. Die Vision der Schaeffler Gruppe formuliert in wechselseitiger Verstärkung und Ergänzung der Mission den Anspruch, an dem sich die Aktivitäten zukünftig ausrichten werden.

4 Fokusfelder

Die Schaeffler Gruppe hat als Basisannahme über die Zukunft ihrer Märkte vier Megatrends identifiziert, die das Geschäft der Zukunft maßgeblich bestimmen werden: Klimawandel, Urbanisierung, Globalisierung und Digitalisierung. Daraus wurden 4 Fokusfelder abgeleitet, die Grundlage für die strategische Ausrichtung des Unternehmens sind.

(1) Umweltfreundliche Antriebe

Eines der Hauptziele der Schaeffler Gruppe ist die Entwicklung von energieeffizienten, emissionsarmen oder -freien Antrieben. Im Automobilbereich bedeutet das einerseits die weitere Optimierung herkömmlicher Verbrennungsmotoren, andererseits die Entwicklung von Antriebskonzepten im Bereich der E-Mobilität, sei es für Fahrzeuge mit hybriden Antriebssträngen oder für rein elektrisch angetriebene Autos. Schlüsselkomponenten wie variable Ventilsteuerungssysteme, das Thermomanagementmodul, nasse und trockene Doppelkupplungen sowie elektronische Steuermodule helfen dabei, die CO2-Emissionen herkömmlicher Verbrennungsantriebe zu senken. Darüber hinaus spielen innovative Produkte für das Feld der Elektromobilität, wie Hybridmodule, der elektrische Achsantrieb oder der Radnabenantrieb „E-Wheel Drive“ für die Automotive-Kunden von Schaeffler eine zunehmend wichtige Rolle, um ihre Ziele zur Senkung von CO2-Emissionen zu erreichen. Die gleiche Logik lässt sich auf moderne Industrieantriebe übertragen. Dabei profitiert die Schaeffler Gruppe vom großen Know-how im Automobilbereich.

(2) Urbane Mobilität

Nirgends macht sich der Mobilitätswandel so sehr bemerkbar wie in den Megastädten dieser Welt. Zugleich ist er auch nirgends so sehr vonnöten. Städte wie Moskau, Tokio oder Shanghai erleben täglich ein enormes Verkehrsaufkommen, das schnelle und flexible Fortbewegung nahezu unmöglich macht. Zugleich verbannen Städte zunehmend Autos aus den Zentren. Dieser Trend erfordert neue Mobilitätskonzepte, sei es im Bereich der Mikromobilität oder durch effiziente Nahverkehrstechnik. Als Konsequenz baut die Schaeffler Gruppe ihr Produktportfolio in den Bereichen Hybrid- und elektrische Mobilität weiter aus. So hat sich Schaeffler bspw. mit seinen Drehmomentsensortretlagern als innovativer Zulieferer im wachsenden Markt für E-Bikes positioniert und auch das Mikromobil „Bio-Hybrid“ sowie das Nanomobil „Torque Stick Board“ zeugen von ausgeprägter Innovationskraft auf diesem Gebiet.

(3) Interurbane Mobilität

Interurbane Mobilität meint die Vernetzung globaler Zentren. In den nächsten Jahren wird das weltweite Verkehrsaufkommen, gerade im Bahnverkehr aber auch in der Luftfahrt, aufgrund der fortschreitenden Globalisierung erheblich zunehmen und zugleich ein hohes Maß an Flexibilität erfordern. In beiden Branchen stellt daher die Bereitstellung moderner und leistungsfähiger Mobilitätslösungen eine zentrale Herausforderung dar. Das gilt auch für die Agrar- und Landmaschinentechnik, die ebenfalls außerhalb der Städte eingesetzt wird. In diesen Bereichen ist die Schaeffler Gruppe mit ihren innovativen Wälzlagerlösungen und einem ausgeprägten Systemverständnis führend positioniert.

(4) Energiekette

Alle zuvor genannten Fokusfelder verbindet der kontinuierliche Bedarf an möglichst sauberer Energie. Vor dem Hintergrund schwindender Ressourcen und großer Klimaherausforderungen wächst der weltweite Bedarf an sauberer Energie. Als Partner der Energiewirtschaft unterstützt Schaeffler den Ausbau der regenerativen Energiegewinnung und fokussiert sich auf die Windkraft, aber auch die Wasserkraft und die Solarenergie. Zudem bestehen im Bereich der konventionellen Energiegewinnung Möglichkeiten für Schaeffler, das Leistungsangebot auszubauen. Denn letztlich müssen alle Felder der Energiekette – von der Gewinnung über den Transport und die Umwandlung bis zur Energienutzung – weiter optimiert werden. So bietet Schaeffler neben der konventionellen Energieerzeugung ein umfassendes Produktportfolio im Bereich erneuerbarer Energien an – von Lagerlösungen für Windkraftturbinen bis hin zu Lösungen für den Solar- und Wasserkraftbereich.

8 Strategische Eckpfeiler

Die Strategie „Mobilität für morgen“ definiert den zukünftigen Handlungsrahmen für die Schaeffler Gruppe als Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens. Um diesen Handlungsrahmen konkret und klar verständlich darzulegen, wurden 8 strategische Eckpfeiler formuliert. Diese beinhalten Aussagen darüber, was Schaeffler zukünftig erreichen oder noch besser machen möchte.

(1) Wir wollen der bevorzugte Technologiepartner unserer Kunden sein.

Das umfassende Systemverständnis, die zukunftsweisende Produkt- und Technologiekompetenz sowie konsequente Kundenorientierung machen Schaeffler seit Jahren zu einem gefragten Entwicklungspartner für seine Kunden in den Bereichen Automotive und Industrie. Auf dieser Basis wird die Schaeffler Gruppe auch zukünftig gemeinsam mit ihren Kunden die Mobilität der Zukunft gestalten.

(2) Wir sind ein Automobil- und Industriezulieferer.

Die Schaeffler Gruppe ist ein Automobilzulieferer und ein Industriezulieferer. Beide Sparten verbinden die weltweite Fertigungskompetenz und eine global ausgerichtete Produktionsplattform in Kombination mit Skaleneffekten im Einkauf von Material und Rohstoffen. Darüber hinaus ermöglicht das globale Forschungsnetzwerk übergreifende Technologie-Innovationen. Auch in Zukunft wird die Diversifikation über beide Sparten Synergien und Know-how-Transfer ermöglichen.

(3) Wir sind global aufgestellt und weltweit vor Ort.

Mit über 170 Standorten weltweit, 74 Werken und 18 Forschungs- und Entwicklungszentren sowie einem engen Vertriebs- und Servicenetz stellt das Unternehmen Kundennähe sicher. Denn nur wer die Herausforderungen seiner Kunden erkennt und versteht, kann maßgeschneiderte Lösungen entwickeln. Und nur wer vor Ort ist, kann schnell reagieren.

(4) Wir können Komponenten und Systeme.

Schaeffler liefert Komponenten für Produkte, die Mobilität ermöglichen und fördern. Gleichzeitig versteht und liefert das Unternehmen komplexe Module und komplette Systemlösungen. Beide Geschäfte stehen für Schaeffler gleichwertig nebeneinander. Denn: Wer die Komponente nicht beherrscht, wird mit dem System nicht klarkommen.

(5) Wir sehen E-Mobilität, Industrie 4.0 und Digitalisierung als zentrale Zukunftschancen.

Als führender Technologiepartner hat die Schaeffler Gruppe bereits vor Jahren begonnen, sich mit den Themen E-Mobilität, Industrie 4.0 und Digitalisierung auseinanderzusetzen und in diesen Gebieten einen klaren Fokus gesetzt. Das Unternehmen will als Zulieferer diese Entwicklung für seine Kunden aktiv mitgestalten und sieht deren Gestaltung als zentrale Zukunftschancen.

(6) Wir streben nach höchster Qualität, Effizienz und Lieferzuverlässigkeit.

Qualität ist für Schaeffler von übergeordneter Bedeutung. Seit jeher ist das Ziel, höchste Qualitäts- und Produktsicherheit konsequent und durchgängig über alle Anwendungsfelder hinweg sicherzustellen. Darüber hinaus gilt für Schaeffler auch die Maßgabe, seine Kunden mit höchster Effizienz und Lieferzuverlässigkeit zu bedienen.

(7) Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein.

Die Mitarbeiter sind der zentrale Garant für den Erfolg der Schaeffler Gruppe. Die Besten zu identifizieren, zu fördern und langfristig an die Schaeffler Gruppe zu binden ist wesentlich für die erfolgreiche Umsetzung der Strategie des Unternehmens. Dabei will Schaeffler nicht nur für seine neuen Mitarbeiter, sondern für alle ein attraktiver Arbeitgeber sein.

(8) Wir leben die Werte eines globalen Familienunternehmens.

Die Schaeffler Gruppe ist ein börsennotiertes Familienunternehmen. Ein Unternehmen mit einer starken Wertebasis, geprägt durch ihre Gründer. Schaeffler fühlt sich insbesondere den Unternehmenswerten „Nachhaltig“, „Innovativ“, „Exzellent“ und „Leidenschaftlich“ verbunden. Diese Werte bilden die Basis für den anhaltenden Erfolg der Schaeffler Gruppe im Interesse und zum Wohle ihrer Kunden und Geschäftspartner, Mitarbeiter und Führungskräfte sowie Aktionäre und Familiengesellschafter.

20 Strategische Initiativen

Als Umsetzung der Strategie „Mobilität für Morgen“ wurde das Exzellenzprogramm „Agenda 4 plus One“ im Jahr 2016 mit den 16 wichtigsten strategischen Initiativen der Schaeffler Gruppe gestartet. Die strategischen Initiativen gliedern sich in die 4+1 Kategorien: Kundenfokus, Operative Exzellenz, Finanzielle Flexibilität, Führung und Talente sowie – als „plus One“ – die Sicherung langfristiger Wettbewerbsfähigkeit und Wertsteigerung. Alle Initiativen vereinen das Ziel, die Schaeffler Gruppe für die Zukunft aufzustellen und noch besser zu machen. Erklärtes Ziel ist es, alle Initiativen bis Ende des Jahres 2020 also in 4+1 Jahren erfolgreich umzusetzen. Jede Initiative wird dabei von einem Mitglied des Vorstands als Sponsor verantwortet, von einem Projektleiter geführt sowie einer Projekt-Organisation unterstützt. Es wurde ein Programmbüro etabliert, welches die Steuerung der strategischen Initiativen koordiniert und damit den Erfolg der „Agenda 4 plus One“ sicherstellen soll.

Nachdem die Programmorganisation erfolgreich aufgesetzt wurde und sich entsprechend bewährt hat, hat das Executive Board beschlossen, das Programm zum 01. Januar 2018 um vier weitere Initiativen zu ergänzen und damit die Zahl der Initiativen auf 20 zu erhöhen: „Global Supply Chain“, „Aftermarket Kitting Operation“ (AKO), „Global Reporting“ und „Focus“. Auf diesem Weg soll die erfolgreiche Umsetzung dieser Initiativen nach einem einheitlichen Format sichergestellt werden.

Die Initiative Global Supply Chain legt den Fokus auf eine Optimierung der globalen Lieferketten unter Berücksichtigung der integrierten Planung und der Schnittstellen zwischen Produktion und Vertrieb. Ziel ist es, eine Verbesserung des Working Capitals und eine Erhöhung der Lieferzuverlässigkeit und -geschwindigkeit zu erreichen.

Unter der Initiative Aftermarket Kitting Operation wird ein hochmodernes Montage- und Verpackungszentrum – kurz AKO – für den Automotive Aftermarket errichtet. Ziel ist es, die Abläufe im Automotive Aftermarket weiter zu optimieren und die Lieferqualität nachhaltig zu erhöhen.

Die Initiative Global Reporting zielt auf die Optimierung der Konsolidierungs- und Reportingsysteme als auch auf die Verbesserung der Steuerungsinformationen in der Schaeffler Gruppe ab.

Als vierte neue Initiative wird sich die Initiative Focus um eine Optimierung der Gebäudesituation an den Hauptstandorten in Deutschland kümmern. Dadurch sollen die Effizienzen erhöht und sowohl Platzbedarf als auch das Erscheinungsbild optimiert werden.

Neben diesen vier Initiativen befinden sich alle initial geplanten 16 Initiativen in der Umsetzungsphase. Je nach Umfang sind derzeit unterschiedliche Reifegrade erreicht worden. Eine Auswahl der wichtigsten bereits erzielten Erfolge – neben denen, die bereits anderweitig im Geschäftsbericht adressiert sind – wird nachstehend erläutert. Die Nachhaltigkeit der Umsetzung soll, wo notwendig, mit einem Aufbau oder einer Überführung in Geschäftsbereiche bzw. Linienfunktionen sichergestellt werden.

Allen voran sind die Initiativen E-Mobility und Industry 4.0 zu nennen. Durch die zunehmende Anzahl an Kundenprojekten und um der wachsenden Bedeutung der Aktivtäten ausreichend Rechnung zu tragen, wurden in beiden Bereichen zum 01. Januar 2018 eigene Geschäftseinheiten aufgebaut. Der Unternehmensbereich E-Mobilität bündelt darin sämtliche Produkte und Systemlösungen für hybride und rein batteriebetriebene Fahrzeuge. Durch die Wichtigkeit des chinesischen Marktes wird im Jahr 2018 zudem ein zweites Kompetenzzentrum in China errichtet. In der Sparte Industrie wird das gesamte industriespezifische Geschäft mit mechatronischen Systemen und digitalen Dienstleistungen sowie den dafür erforderlichen Komponenten in einer eigenständigen Organisationseinheit Industrie 4.0 zusammengefasst. Als Zulieferer möchte Schaeffler die digitale Transformation für die Kunden mit Industrie 4.0 fähigen Produkten aktiv mitgestalten.

Schaeffler steht seinen Kunden seit vielen Jahren als kompetenter Lösungspartner eng zur Seite, diese Verbindung war stets ein Schlüssel für Innovationen. Die Initiative Customer Excellence rückt diese kundenzentrierte Kultur weiter in den Vordergrund. Hierbei geht es besonders um die stetige Verbesserung bzw. Optimierung des Dialogs mit dem Kunden, der Kundenansprache und -pflege.

Eine bedarfsgerechte, kundenorientierte Struktur ist ebenfalls für die indirekten Funktionen maßgeblich. Die Initiative Shared Services hat das Ziel, eine leistungsstarke und funktionsübergreifende Shared Services Organisation aufzubauen. Ausgehend von ersten bereits heute erfolgreich etablierten Shared Services Einheiten wird ein global koordiniertes Netzwerk regional verankerter, multifunktionaler Shared Services Standorte entstehen. Voraussetzung hierfür ist u. a. ein neues Konzern-Prozessmodell mit klaren Verantwortlichkeiten, das in der Initiative Process Excellence erarbeitet wurde und in einem weiteren Schritt nun die Optimierungen der Prozesse ermöglicht.

Die Vereinheitlichung des Marken- und Außenauftritts erfolgt im Rahmen der Initiative Global Branding. Als global tätiges Unternehmen soll zukünftig die Unternehmensmarke „Schaeffler“ in den Vordergrund gestellt werden. Dieses Vorgehen verdeutlicht den Anspruch, als börsennotiertes Familienunternehmen noch stärker zusammenzuwachsen. Das geht nur mit einer gemeinsamen Strategie, einer Unternehmensmarke, einem Vergütungsmodell und einer starken gemeinsamen Wertebasis. Mit der globalen Vereinheitlichung des Außenauftritts reduziert die Schaeffler Gruppe die Komplexität ihrer heutigen Markenarchitektur, und stärkt zugleich die Unternehmensmarke. Die einzelnen Produktmarken, wie z. B. INA, LuK und FAG, bleiben weiterhin bestehen, werden aber zukünftig nur noch in Zusammenhang mit dem dazugehörigen Produkt und gemeinsam mit der Unternehmensmarke Schaeffler verwendet. Am Standort Schweinfurt wurde die Initiative bereits gestartet. Bis Ende des Jahres 2019 sollen weltweit alle Schaeffler-Standorte auf das neue Markenkonzept umgestellt sein.

Finanzielle Ambitionen 2020

Bis 2020 hat sich die Schaeffler Gruppe viel vorgenommen. Das Unternehmen will seinen Umsatz – bereinigt um Währungseinflüsse – in den nächsten Jahren durchschnittlich um 4 bis 6 % pro Jahr steigern und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 12 bis 13 % im Jahr 2020 erzielen. Auf dieser Basis soll der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten im Jahr 2020 rd. 900 Mio. EUR betragen. Gleichzeitig will Schaeffler im Jahr 2020 ein Ergebnis je Aktie von rd. 2,00 EUR je Aktie erreichen.

Neben diesen operativen Größen kommt es für den Erfolg der Schaeffler Gruppe entscheidend darauf an, dass die finanzielle Flexibilität und die Qualität der Bilanz weiter verbessert werden. Dazu hat sich das Unternehmen vorgenommen, bis 2020 das Verhältnis von Netto-Finanzschulden und Eigenkapital so zu gestalten, dass der Quotient der beiden Größen – oder anders gesagt: das sog. Gearing Ratio – kleiner als 75 % ist. Ferner plant die Schaeffler Gruppe eine Dividende in Höhe von 30 bis 40 % des bereinigten Konzernergebnisses an ihre Aktionäre auszuschütten. Die Finanziellen Ambitionen 2020 finden ihre Abrundung in der Vorgabe, als Basis für die weiteren Wachstumsstrategien das 2016 erhaltene Investment Grade-Rating langfristig zu halten und abzusichern.

Alle diese Kennzahlen lassen sich letztlich auf ein Ziel zusammenführen: Schaeffler will weiter profitabel wachsen und nachhaltig Wert schaffen.

M&A-Strategie

Die Schaeffler Gruppe verfolgt in erster Linie eine organische Wachstumsstrategie, die auf der bestehenden technologischen Kompetenz und Innovationsführerschaft basiert. Im Einklang damit sind Akquisitionen primär dann vorgesehen, wenn sie einen technologischen Mehrwert bringen bzw. zur Stärkung der bestehenden Marktposition beitragen. Grundsätzliche Fokusfelder sind dabei Investitionen im Zusammenhang mit den Zukunftsfeldern E-Mobilität, Industrie 4.0 und Digitalisierung.

Dazu wurde im Jahr 2017 die M&A-Strategie in wesentlichen Punkten detailliert ausgearbeitet und der M&A-Prozess weiterentwickelt. Kernstück der Vorgehensweise ist ein gruppenweit gültiger M&A-Radar, der auf sieben Suchfeldern die anvisierten Bereiche für den Zukauf von Kompetenzen und anorganisches Wachstum sowohl in einzelnen Sparten als auch in übergreifenden Bereichen definiert. In diesen klar abgegrenzten Bereichen wird gezielt nach Möglichkeiten zur Erweiterung des Kompetenzprofils und des Portfolios gesucht. Der Fokus liegt hierbei auf kleineren, additiven Zielunternehmen im dreistelligen Millionenbereich mit denen das Technologiespektrum ergänzt und verstärkt und damit langfristig Wert geschaffen werden soll.

Nachdem bereits Ende 2016 das Unternehmen Compact Dynamics GmbH erfolgreich akquiriert wurde, hat Schaeffler 2017 im Kontext von Industrie 4.0 und Digitalisierung in unterschiedlichen industriellen Anwendungsbereichen das in Chemnitz angesiedelte IT-Unternehmen autinitiy systems GmbH übernommen. Aufbauend auf der bereits zuvor bestehenden Zusammenarbeit profitiert die Schaeffler Gruppe durch den Kauf insbesondere von einer Beschleunigung der Weiterentwicklungen im Bereich der Maschinendatenerfassung sowie der Zustandsüberwachung.

Strategiekommunikation

Mit der Veröffentlichung der Strategie „Mobilität für morgen“ Ende 2016 wurde die Strategie anschließend im Rahmen von internationalen Townhall-Meetings ausgewählten Führungskräften und Mitarbeitern durch den Vorstand persönlich erläutert. Dies wurde durch umfangreiche weitere Kommunikationsmittel, insbesondere eine Strategiebroschüre und diverse Schwerpunkte bei der Online- und Print-Kommunikation, unterstützt. Auf dieser Basis wurden die Strategie und die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens auch individuell an Kunden und Geschäftspartner kommuniziert.

Ebenso wurde die Strategie im Jahr 2017 an alle Mitarbeiter an den einzelnen Standorten der Schaeffler Gruppe vermittelt. Basis dafür war ein umfangreicher Rollout-Plan, der unter Einbezug von unterschiedlichen Medien in den vier Regionen der Schaeffler Gruppe umgesetzt wurde. Wesentliche Elemente der Kommunikation waren Präsentationen und Workshops mit Mitarbeitern in den Werken ebenso wie in der Verwaltung, sowie Schwerpunktkommunikation in Printmedien und auf digitalen Plattformen. Auf dieser Basis sind die zentralen Elemente der Strategie – Mission und Vision, 4 Fokusfelder, 8 strategische Eckpfeiler, 20 strategische Initiativen sowie die Unternehmenswerte – weltweit einheitlich und nachhaltig im Unternehmen verankert. Für die kommenden Jahre sind weitere Aktivitäten geplant, um das nachhaltige Verständnis der Strategie sicherzustellen und die Inhalte präsent zu halten.

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