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Produktion, Logistik und Einkauf

Produktion

Die Schaeffler Gruppe verfügt als global tätiger Automobil- und Industriezulieferer über ein weltweites Produktionssystem mit aktuell 74 Werken in 22 Ländern. Die Werke, in denen rd. 65.000 Mitarbeiter arbeiten, sind der Kern des Schaeffler-Produktionssystems. Sie bilden das „Rückgrat“ der Schaeffler Gruppe und werden nach einheitlichen Prinzipien gesteuert. Der globale Werkeverbund, die in den Werken verwendeten Fertigungstechnologien und die hohe Wertschöpfungstiefe sind entscheidende Faktoren für den weltweiten Erfolg der Schaeffler Gruppe.

Das globale Produktionssystem folgt einem integrierten Modell. Neben aktuell 37 Werken, die für die Sparte Automotive produzieren und aktuell 8 Werken, die für die Sparte Industrie produzieren, schließt „Bearing & Components Technologies“ (BCT) als interner Zulieferer eine Klammer um alle Wälzlageraktivitäten der Schaeffler Gruppe. In BCT wird das spezielle Wälzlager Know-how der Schaeffler Gruppe in Entwicklung und Produktion gebündelt und den internen Kunden zur Verfügung gestellt. BCT definiert dabei im Produktionssystem der Schaeffler Gruppe die globalen Standards für Wälzlager. So werden organisatorische Strukturen vereinfacht, der Grad an Transparenz und Standardisierung erhöht und Synergien generiert.

Insgesamt ermöglicht das globale Produktionssystem eine gleich hohe Qualität und Effizienz in allen Schaeffler-Werken. Als Teil der Konzernstrategie bildet das Schaeffler-Produktionssystem dabei die Grundlage für stetige Verbesserungen in den Bereichen Qualität, Kosteneffizienz und Liefertreue. Es ermöglicht u. a. eine sehr schnelle Übertragung von innovativen Methoden und Prozessen innerhalb des gesamten Werkeverbunds. Diese Standardisierung beschleunigt den Produktionsanlauf und hilft dabei, auf regionale Marktschwankungen flexibel reagieren zu können. Damit kann nahezu jedes Produkt an mehreren Standorten weltweit produziert werden. Dabei unterliegt das globale Produktionssystem einer stetigen Optimierung unter konsequenter Beachtung des „Null-Fehler-Prinzips“ an allen Standorten. Ein modernes Qualitätsmanagement und eine durchgängige Planung über die komplette Supply Chain gewährleisten die Erfüllung der Qualitätsanforderungen. Weiterhin können auf Basis einer engen Verzahnung des Werkeverbunds mit dem Einkauf und dem Vertrieb durchgängige Wertströme zwischen den Kunden, den Werken und den Lieferanten der Schaeffler Gruppe geschaffen werden.

Geprägt war das Berichtsjahr von einem starken Wachstum mit dem Schwerpunkt in der Region Greater China. Weiter wurden Qualitäts- und Effizienzfortschritte realisiert, was u. a. zu einer gesunkenen Anzahl von Kundenreklamationen führte. Zudem wurde das globale Produktionssystem im Sinne von Effizienz und Kundennähe konsequent weiterentwickelt. Beispiele hierfür sind die Verlagerung von Kapazitäten an kostengünstigere Standorte, die Schließung des Standortes in Elfershausen und die Restrukturierung der Produktion in Brasilien. Darüber hinaus stand der weitere Ausbau des globalen Forschung- und Entwicklungsnetzwerks im Fokus. Kundennähe und Reaktionsgeschwindigkeit konnten so deutlich verbessert werden.

Zukünftig wird die Digitalisierung wesentliche Chancen für das globale Produktionssystem bieten. Die Vernetzung und Ausstattung von Anlagen und Maschinen mit Sensoren bildet hierfür die Basis und ermöglicht eine höhere Autonomie in den Fertigungsprozessen. So werden bspw. Maschinen- und Produktionsdaten während der laufenden Fertigung analysiert, Maschinenausfälle vorhergesagt und ungeplante Ausfälle dadurch minimiert. In Kombination mit Elementen des „Lean Management“ können dadurch signifikante Effizienzgewinne realisiert und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Schaeffler Gruppe verbessert werden.

Innovative Produkte fordern ein innovatives Produktionsumfeld. Das Ziel ist es deshalb ein Produktionsumfeld zu schaffen, das dies fördert und gleichzeitig nachhaltig mit allen Ressourcen umgeht. Das Konzept der Factory for Tomorrow als Initiative der „Agenda 4 plus One“ zeigt hierfür Lösungswege auf. Mit der „Factory for Tomorrow“ geht die Schaeffler Gruppe neue Wege bei der Gestaltung von Fabriken. Dabei verfolgt die Schaeffler Gruppe das Ziel, die Werke für die Mitarbeiter attraktiv zu gestalten und gleichzeitig eine höhere Integration von allen relevanten Bereichen in die Wertschöpfungskette zu erreichen. Zahlreiche Fabrikplanungsprojekte bis 2020 bieten die Chance dies umzusetzen. So wird das Konzept derzeit erstmalig ganzheitlich im Zuge des Werksneubaus in Xiangtan, China, umgesetzt. Die aus dieser Pilotierung gewonnenen Erkenntnisse werden dabei für zukünftige Projekte genutzt.

Werke in den Regionen: In der Region Europa ist die Schaeffler Gruppe mit insgesamt 47 Werken vertreten. Der Konzern unterhält neben Fertigungsstätten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Portugal und Spanien weitere Produktionsstandorte in Mittel- und Osteuropa. Das Stammwerk in Herzogenaurach stellt mit seinen rd. 3.500 Produktionsmitarbeitern eines der größten Schaeffler-Werke dar und zählt mit seinen acht Produktionssegmenten zum größten Leitwerk in der weltweiten Produktion. In Herzogenaurach werden neben Getriebe- und Lenkungselementen, Komponenten für den Generatorfreilauf und Axiallagern auch Komplettsysteme für Schaltungseinheiten überwiegend für die Automobilindustrie gefertigt. Im Werk Herzogenaurach wird jährlich eine Produktionsstückzahl von knapp einer Milliarde Teile realisiert. Als zukünftiger Schwerpunkt steht im Rahmen der Strategie „Mobilität für morgen“ die Industrialisierung der E-Achsgetriebe im Mittelpunkt.

Zudem wurde im Werk Herzogenaurach der „Additive Manufacturing FabShop“ eingerichtet. „Additive Manufacturing“, alltagssprachlich 3D-Druck, umfasst eine Reihe digitaler Fertigungsverfahren, die durch den schichtweisen Auftrag von Material Objekte herstellen. Die Aufgabe des FabShop ist es die Additive Fertigung als Fertigungstechnologie der Zukunft für Schaeffler zu erschließen. Hier befasst sich ein Team neben der Additiven Herstellung von Prototypen, Werkzeugen und Vorrichtungen aus Metallen und Kunststoffen auch mit Fragestellungen zu Prozess- und Werkstoffentwicklung, Additiv gerechtem Design und der additiven Prozesskette. Um einen hochdynamischen Erkenntnisgewinn sicherzustellen, wird über den FabShop ein Kompetenznetzwerk der Additiven Fertigung gelenkt, das neben internen Experten auch ausgewiesene externe Partner in Industrie und Wissenschaft umfasst.

Die Produktionskapazitäten an mittel- und osteuropäischen Produktionsstandorten werden aufgrund der steigenden Nachfrage nach Schaeffler-Produkten kontinuierlich ausgebaut. So wurde im Geschäftsjahr 2017 ein neues Werk in Svitavy, Tschechien, eröffnet. Mit dem neuen Werk stärkt die Schaeffler Gruppe den ohnehin sehr starken osteuropäischen Werkeverbund weiter. Mit den in Svitavy, gefertigten Wärmemanagementmodulen produziert Schaeffler ein Produkt, das sowohl in Verbrennungsmotoren als auch in Mobilitätskonzepten der Zukunft gebraucht wird und unterstützt somit die Strategie „Mobilität für morgen“ der Schaeffler Gruppe.

Die Schaeffler Gruppe betreibt insgesamt 14 Werke in der Region Americas – davon acht Werke in den USA (South Carolina (5), Ohio, Connecticut und Missouri) und jeweils zwei weitere Standorte in Kanada, Mexiko und Brasilien. In Fort Mill, USA, betreibt die Schaeffler Gruppe zwei Werke mit insgesamt rd. 700 Mitarbeitern. Im Geschäftsjahr 2017 wurden die Werke des Standorts Fort Mill erweitert und damit die Kapazitäten in den Bereichen Stanzen, Wärmebehandlung und der Montage von Axiallagern erhöht.

In der Region Greater China betreibt der Konzern 8 Werke. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Schaeffler-Produkten in China erfordert einen stetigen Ausbau der Produktionskapazitäten vor Ort. Aufgrund des Erreichens der Ausbaugrenzen in Taicang und in Nanjing baut die Schaeffler Gruppe einen neuen Produktionsstandort in Xiangtan, China, auf, der dem Konzept der „Factory for tomorrow“ folgt. Auf einer Fläche von rd. 200.000 Quadratmetern entsteht ein Werk für Automobilteile und Präzisionslager. Der neue Standort soll schrittweise ausgebaut werden. So wurde im Geschäftsjahr 2017 am neuen Standort in den Abteilungen Werkzeugbau und Prototyping die Arbeit aufgenommen. Die vollständige Inbetriebnahme ist für Anfang 2019 vorgesehen. Damit erweitert das Unternehmen seine Produktionskapazitäten in der Region Greater China und verbessert dadurch seine Lieferfähigkeit an Kunden sowohl auf dem heimischen Markt als auch auf internationalen Märkten.

In der Region Asien/Pazifik verfügt die Schaeffler Gruppe über 5 Werke. Das Werk in Changwon, Südkorea, ist das größte Werk der Region. Es ist auf drei Standorte verteilt an denen insgesamt rd. 900 Mitarbeiter arbeiten. Im Wertstrom betrachtet werden am Standort 1 Rillenkugellager und Kegelrollenlager produziert. Die Wertschöpfungstiefe reicht von der Wärmebehandlung bis hin zur Montage und Verpackung. Eine neu installierte Oberflächenbehandlungsanlage wird eine höhere Wertschöpfungstiefe für Automotive Anwendungen ermöglichen. Der Standort 2 ist der Komponentenlieferant – die Wertschöpfung reicht vom Schmieden weicher Ringe bis hin zum Drehen. Der Standort 3 ist ein Mix aus einer Präzisionslagerfertigung, Kegelrollenfertigung und dem Sondermaschinenbau sowie einem F&E-Zentrum. Dieses Set-up ermöglicht eine sehr effiziente und kundenspezifische Gestaltung der Prozesse von der Entwicklung über den Maschinenbau bis hin zur vollen Fertigungstiefe.

Logistik

Der Bereich Logistik ist für die Gestaltung, den Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung der gesamten Logistikkette der Schaeffler Gruppe verantwortlich. Primäres Ziel der Schaeffler-Logistik ist es, durch eine fristgerechte, fehlerfreie und effiziente Versorgung aller Schaeffler-Kunden und -Werke weltweit, die Kundenzufriedenheit bei minimalen Kosten zu maximieren.

Innerhalb der Schaeffler Gruppe verantwortete die Logistikfunktion im Geschäftsjahr 2017 die Steuerung von rd. 210 Distributionsstandorten mit einer Stellfläche von über 375.000 Quadratmetern und der Bewegung von rd. 300.000 Tonnen Fracht zwischen den wichtigsten Destinationen. Die Belieferung der Kunden wird durch über 120 Versandstellen sichergestellt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die logistischen Aktivitäten ausgeweitet.

Wesentlicher Bestandteil der strategischen Ausrichtung der Logistik der Schaeffler Gruppe ist das Projekt „Europäisches Distributionszentrum“ (EDZ). Für die Sparte Industrie entsteht ein leistungsfähiges logistisches Netzwerk, um eine verbesserte Marktversorgung sowie eine optimierte Lieferperformance zu erreichen und damit einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit zu leisten. Die beiden Lagerstandorte „EDZ Nord“ (Arlandastad, Schweden) sowie „EDZ Süd“ (Carisio, Italien) haben in ihren ersten beiden Betriebsjahren die Leistungsanforderungen mit einer sehr guten logistischen Performance erreicht. Im zentralen Distributionszentrum „EDZ Mitte“ (Kitzingen), dem nächsten wichtigen Meilenstein zur vollständigen Umsetzung des neuen Distributionsnetzwerks, stehen die Bauarbeiten vor dem Abschluss. Die technischen Anlagen durchlaufen die ersten Massentests, ebenso nehmen bereits die ersten Mitarbeiter in Kitzingen ihre Arbeit auf.

Für den Automotive Aftermarket wird derzeit der Aufbau eines Montage- und Verpackungszentrums, das sog. Aftermarket Kitting Operation (AKO), geplant. Das AKO ist Teil der „Agenda 4 plus One“. Ziel ist es, die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit auszubauen und eventuellen Kapazitätsengpässen in den derzeit betriebenen sieben europäischen Lägern entgegenzuwirken. Das neue Logistikzentrum, das in Sachsen-Anhalt im Raum Halle (Saale) errichtet und über eine Gebäudegrundfläche von etwa 40.000 Quadratmetern verfügen wird, stellt den wichtigsten Versorgungspunkt für alle anderen europäischen Regionalläger des Automotive Aftermarket dar. Parallel fungiert es als Regionallager für Zentraleuropa. Mit dem Bau eines neuen hochautomatisierten und flexibel skalierbaren Logistikstandorts sollen die Abläufe im Automotive Aftermarket weiter optimiert, der Lieferservicegrad deutlich verbessert, die Kundenzufriedenheit gesteigert sowie das prognostizierte Umsatzwachstum abgesichert werden. Die Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums ist für das erste Quartal 2020 vorgesehen.

Einkauf

Die optimale Versorgung der Werke mit Gütern und Dienstleistungen unter Berücksichtigung von Qualität, Kosten und Liefertreue wird durch den Einkauf der Schaeffler Gruppe sichergestellt. Er gewährleistet die externe Versorgung bereits vor dem Produktionsstart, u. a. durch die Einbindung der Lieferanten in den Produktentstehungsprozess. Durch die Bündelung von Einkaufsvolumina trägt der Einkauf zu einer laufenden Optimierung des Lieferantennetzwerks der Schaeffler Gruppe bei. Die wesentlichen Ziele des Einkaufs sind unverändert (1) Verbesserung der Zulieferqualität durch intensive Zusammenarbeit mit den Lieferanten, (2) Sicherstellung wettbewerbsfähiger Beschaffungskosten und (3) Optimierung der Supply Chain zur Erhöhung der Versorgungssicherheit durch verbesserte logistische Anbindungen. Im Rahmen der Initiative Working Capital, als Teil der „Agenda 4 plus One“, soll darüber hinaus durch die Harmonisierung der Einkaufsbedingungen ein Wertbeitrag erreicht werden.

Der Einkauf ist untergliedert in den Zentraleinkauf für Produktions- und Nichtproduktionsmaterial und den Projekteinkauf der Sparten. Darüber hinaus ist der Einkauf in die Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik unterteilt, denen der Einkauf der jeweiligen Werke angegliedert ist.

Im Geschäftsjahr 2017 verzeichnete die Schaeffler Gruppe einen operativen Anstieg des Gesamteinkaufsvolumens im Vergleich zum Vorjahr. Das darin enthaltene Produktionsmaterialeinkaufsvolumen (Rohmaterial und Komponenten) stieg proportional zur Produktionsleistung. Das Einkaufsvolumen im Allgemeinen Einkauf (Nichtproduktionsmaterial d. h. im Wesentlichen Investitionen, Werkzeuge, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Dienstleistungen) erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr. Die weltweite Versorgung der Werke der Schaeffler Gruppe war 2017 jederzeit sichergestellt.

Das Einkaufsvolumen konzentrierte sich im Wesentlichen auf die Regionen Europa (63,8 %) und Americas (16,2 %). Auf die Regionen Greater China und Asien/Pazifik entfielen 13,6 % bzw. 6,4 %.

Für die Herstellung ihrer Produkte verwendet die Schaeffler Gruppe verschiedene Rohmaterialien wie Stahl (Flach- oder Stabstahl), Eisen- und Aluminiumguss sowie Nichteisen-Metalle (NE-Metalle). Direkt oder indirekt sind die bei Schaeffler verwendeten Produktionsmaterialien im Wesentlichen abhängig von der Preisentwicklung bei Stahlschrott, Kokskohle und Eisenerz sowie von NE-Metallen. In der Regel werden Preisveränderungen indirekt über Kostenveränderungen bei den Zulieferbetrieben zeitversetzt weitergegeben bzw. im Rahmen von Vertragsverhandlungen neu festgelegt.

Seit acht Jahren bilden Continental und Schaeffler eine Einkaufskooperation. Beide Unternehmen profitieren von besseren Kostenstrukturen infolge einer Bündelung von Einkaufsvolumina. Durch die Nutzung der Synergien, die aus zahlreichen regionsübergreifenden Projekten und Programmen resultieren, konnte die Schaeffler Gruppe die Materialkosten 2017 weiter optimieren.

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