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Countdown für die E-Achse

In die Zukunft führen

Gemeinsam handeln

Ende Dezember 2017 lief die Produktion des ersten Getriebemoduls für einen elektrischen Achsantrieb an. Dass das Projekt trotz eines engen Zeitplans gelang, ist der engen Zusammenarbeit deutscher und chinesischer Schaeffler-Ingenieure zu verdanken.

Rund 8.700 Kilometer Luftlinie trennen Michael Berger und Chen Peng voneinander. Doch die beiden Projektmanager verbindet eine gemeinsame Mission: den ersten elektrischen Achsantrieb von Schaeffler für einen chinesischen Kunden in Serie zu bringen. Sie telefonieren fast täglich und haben sich Dutzende Male persönlich gesehen. „Wir haben von unserem Kunden sehr positives Feedback zu unserer Zusammenarbeit erhalten“, berichtet Berger, der vor drei Jahren die Projektleitung für die Entwicklung dieses elektrischen Achsantriebs bei Schaeffler übernahm. Er hatte keine China-Erfahrung, doch ihm war von Anfang an klar: „Ich brauche meinen chinesischen Kollegen – nicht nur als Schnittstelle zum Kunden, sondern auch, um die lokale Entwicklung in Anting bei Shanghai zu steuern.“

Die Zusammenarbeit der beiden Teams in Anting und Herzogenaurach versetzte Schaeffler in die Lage, sehr schnell auf Kundenwünsche reagieren zu können. So konnten Bauteile nach der Fahrerprobung vor Ort innerhalb von zwei Tagen analysiert werden. Um die Ergebnisse solcher Rückläuferanalysen zu bewerten, wurden die besten Fachexperten des Unternehmens eingebunden. Auch die Software-Entwicklung erfolgte länderübergreifend: Während chinesische Schaeffler-Experten an den Wintertests des Kunden teilnahmen, halfen Programmierer von Schaeffler Engineering aus Werdohl mit ihrem Wissen im Hintergrund. Sie hatten die Funktionssoftware entwickelt und dabei eng mit den Kollegen aus Bühl zusammengearbeitet, die für die Schaltaktorik verantwortlich waren.

Wir haben von unserem Kunden sehr positives Feedback zu unserer Zusammenarbeit erhalten.

Michael Berger, Projektmanager

Schaeffler E--Achse

Besonders wichtig war auch die Zusammenarbeit für die Produktionsplanung. Denn der für China vorgesehene Achsantrieb ist in jeder Hinsicht ein Hightech-Produkt. So verfügt er über ein schaltbares Zweiganggetriebe, was den Einsatz des Elektromotors auch bei hohen Fahrgeschwindigkeiten ermöglicht. Was schon bei einem „normalen“ Auto höchste Präzision bei der Fertigung erfordert, ist beim elektrischen Fahren eine noch größere Herausforderung, denn hier werden auftretende Störgeräusche nicht vom Verbrennungsmotor überdeckt. Ein Großteil der Produktionsanlagen muss vom Schaeffler-eigenen Sondermaschinenbau erst entwickelt werden, denn nie zuvor hat das Unter­nehmen einen solchen Antrieb gefertigt. Frühzeitig war beschlossen: Der Produktionsstart erfolgt in Herzogenaurach, erst wenn alles rund läuft, werden die Maschinen in das chinesische Werk Taicang verlagert.

Gemeinsam handeln, das heißt für Berger nicht, um der Harmonie willen Konflikten aus dem Weg zu gehen, sondern die Rollen klar zu definieren. „Es ist für mich völlig verständlich, dass unsere chinesischen Kollegen alles tun, um unseren Kunden zufriedenzustellen“, sagt er. „Doch es gilt auch, die Interessen des Gesamtunternehmens im Auge zu behalten.“ In solchen Fällen hilft seiner Meinung nach nur eins: zum Telefonhörer greifen und eine gemeinsame Handlungsstrategie entwickeln.

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