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Schaeffler Mover

In Bewegung bleiben

Bewegung autonom gestalten

Die Vision vom autonomen Fahren wird Realität. Schlüsseltechnologie dabei ist „Space Drive“ – ein System, das von Schaeffler und Paravan in einem Joint Venture weiterentwickelt wird.

Roland Arnold ist ein schwäbischer Tüftler. Vor mehr als 20 Jahren hatte er die Vision, Menschen mit Handicaps wieder mobil zu machen. Damals half er auf einer Autobahnraststätte einer Frau, ihren querschnittsgelähmten Mann in den Wagen zu heben. Ein Jahr nach diesem Schlüsselerlebnis gründete Arnold das Unternehmen Paravan – ein Akronym aus Paraplegie, dem medizinischen Begriff für Querschnittslähmung, und Van – einer Großraumlimousine. Fortan arbeitete er in einer Garage an behindertengerechten Fahrzeugen. Heute ist Paravan Weltmarktführer und ein leuchtendes Beispiel für deutsche Ingenieurskunst.

Erfindergeist und Erfolgswille sind zwei grundlegende Eigenschaften, die Roland Arnold mit den Unternehmensgründern Dr.-Ing. E.h. Georg und Dr. Wilhelm Schaeffler verbindet, deren Wirken auch heute noch das Handeln der Schaeffler Gruppe bestimmt: Marktführerschaft durch Technologieführerschaft. Nur folgerichtig war die Erklärung von Schaeffler und Paravan im August 2018, das Joint Venture Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG zu gründen. Die Partnerschaft ist ein weiterer wichtiger Schritt im Rahmen der Strategie „Mobilität für morgen“. Bei Schaeffler Paravan wird die Weiterentwicklung der Technologie „Space Drive“ forciert, die durch das Joint Venture von Paravan akquiriert wurde, sowie die Entwicklung und der Vertrieb von innovativen Mobilitätssystemen. Das Gemeinschaftsunternehmen bündelt dazu seine Aktivitäten an den Standorten Herzogenaurach und Pfronstetten-Aichelau in Baden-Württemberg. Die Geschäftsführung haben Roland Arnold als Vorsitzender und Dr.-Ing. Dirk Kesselgruber, Leiter des Unternehmensbereichs Fahrwerksysteme, sowie Erich Nickel übernommen.

Mehr als eine Milliarde

unfallfreie Kilometer haben Kunden mit „Space Drive“ bereits zurückgelegt – und das teilweise mit Schwerstbehinderungen. Weltweit gibt es kein vergleichbares adaptives Fahr- und Lenksystem.

Der autonom fahrende Schaeffler Mover dient uns als zentrale Entwicklungsplattform, um zukünftige Produkte für Fahrzeughersteller zu entwickeln und zu kommerzialisieren.

Dr.-Ing. Dirk Kesselgruber Leiter Fahrwerksysteme bei Schaeffler und Geschäftsführer der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG

Für die Vision vom autonomen Fahren ist „Space Drive“ eine Schlüsseltechnologie und ein führendes „Drive-by-Wire“-System. Das besondere technische Merkmal: Eine digitale Steuerungstechnik übernimmt sämtliche Fahrvorgänge ohne eine mechanische Verbindung. Stattdessen werden elektronische Impulse in Nanosekundenschnelle über einen Aktor an die Achsen übermittelt. Die Technik kann über die „Drive-by-Wire“-Funktion (übersetzt: „Fahren via Kabel“) nicht nur die Spur halten, sondern ebenso beschleunigen und bremsen. Und dafür braucht es weder ein klassisches Lenkrad noch Pedale für die mechanische Übertragung auf die Räder. Diese elektronische Entkopplung von der Bewegung eines Menschen bei der Steuerung einer Maschine ist seit Jahren erklärtes Ziel der Automobilindustrie und für autonom fahrende Autos unabdingbar. In der Luftfahrt wird dieses Prinzip als „Fly-by-Wire“ schon lange praktiziert. In modernen Flugzeugen sind solche Techniken bereits etabliert.

Der Schaeffler Mover ist eine Plattform für die Entwicklung von Technologien zum autonomen Fahren.
Der Schaeffler Mover ist eine Plattform für die Entwicklung von Technologien zum autonomen Fahren.
  Probefahrt in Herzogenaurach: Dr.-Ing. Dirk Kesselgruber (links) und Roland Arnold
Probefahrt in Herzogenaurach: Dr.-Ing. Dirk Kesselgruber (links) und Roland Arnold

Mit der „Space Drive“-Technologie fahren sogar schwerstbehinderte Menschen, teils ohne Arme und Beine, selbstständig ihr Auto per Joystick. Alternativ lässt sich das System auch mit einem Notebook, Smartphone, über eine App oder per Fernbedienung steuern, während man neben dem Wagen steht. „Space Drive“ ist nach den höchsten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen (ISO 26262 – ASIL D) zertifiziert und verfügt als derzeit weltweit einziges System über eine TÜV- und Straßenzulassung. Dazu ist es redundant ausgelegt: Fällt eine Komponente in der komplexen Steuerung aus, gibt es immer noch mindestens zwei Alternativen, die dann korrigierend eingreifen und eine absolute Ausfallsicherheit gewährleisten. Das hat die Lösung auf der Straße im realen Verkehr eindrucksvoll bewiesen: Mehr als eine Milliarde unfallfreie Kilometer haben Kunden mit „Space Drive“ zurückgelegt. Weltweit gibt es derzeit kein vergleichbares System an der Schnittstelle zwischen Software und Elektronik zu den mechanischen Stellelementen eines Fahrzeugs. Und dank der Flexibilität der „Space Drive“-Technologie mit Schnittstellen für GPS, Leitrechner, Kameras, Radar und Sensoren ist das autonome Fahren der Stufen 4 und 5 – vollautomatisiert bzw. fahrerlos – damit keine Zukunftsvision mehr.

Schon heute werden Prototypen, Versuchsfahrzeuge und Showcars namhafter Automobilhersteller und Wissenschaftseinrichtungen mit der Technologie ausgestattet. Mit dem Wegfall von Lenkrad, Lenksäule und Pedalen ergeben sich zudem neue Ansätze für das Fahrzeuginterieur. Für Schaeffler Paravan geht es jetzt darum, das Potenzial dieser Schlüsseltechnologie in die automobile Großserie zu überführen. Mit dem Schaeffler Mover verfügt das Unternehmen über eine ideale Entwicklungsplattform. Dank elektrischer Radnabenantriebe, einer 90-Grad-Lenkung und modularer Bauweise ist diese kompakte Plattform flexibel für verschiedene Mobilitätslösungen wie Robotaxis oder autonome Transportfahrzeuge im urbanen Raum einsetzbar und frei skalierbar. So lässt sich das Fahrzeug in engen Gassen manövrieren und seitlich in kurze Parklücken einscheren, um Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. Auch ein Wenden auf der Stelle ist möglich. Mit dem Konzept antwortet Schaeffler auf die Herausforderung, die Mobilitätsansprüche von Menschen in stark wachsenden Metropolen zu sichern. Die Machbarkeitsstudie wird Schaeffler Paravan unter Anwendung von „Space Drive“ in der nächsten Zeit sukzessive weiterentwickeln.

  Schaeffler Intelligent Cornering Module: Im Cornering Module sind die vier Radnabenmotoren sowie alle Fahrwerkskomponenten untergebracht. Es ermöglicht einen Lenkeinschlag aller vier Räder bis 90 Grad und damit eine enorme Manövrierbarkeit.
Schaeffler Intelligent Cornering Module: Im Cornering Module sind die vier Radnabenmotoren sowie alle Fahrwerkskomponenten untergebracht. Es ermöglicht einen Lenkeinschlag aller vier Räder bis 90 Grad und damit eine enorme Manövrierbarkeit.
Im Profil
Dr.-Ing. Dirk Kesselgruber, Leiter Unternehmensbereich Fahrwerksysteme Schaeffler, Geschäftsführer Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG, Herzogenaurach/Deutschland
Dr.-Ing. Dirk Kesselgruber
Leiter Unternehmensbereich Fahrwerksysteme Schaeffler, Geschäftsführer Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG, Herzogenaurach/Deutschland
Roland Arnold, Vorsitzender der Geschäftsführung Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG,  Pfronstetten-Aichelau/Deutschland
Roland Arnold
Vorsitzender der Geschäftsführung Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG, Pfronstetten-Aichelau/Deutschland
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