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Schaeffler Gruppe

Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

mit diesem Geschäftsbericht möchten wir Ihnen berichten und darlegen, wie sich die Schaeffler Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelt hat.

Das Jahr 2016 war ein ereignisreiches Jahr. Wir haben eine Menge bewegt und viel erreicht. Das gilt nicht nur für unser Ergebnis und die geschäftlichen Erfolge, die wir erzielt haben, sondern vor allem für die konsequente Weiterentwicklung der Schaeffler Gruppe hin zu einem der weltweit führenden Automobil- und Industriezulieferer.

Das Umfeld, in dem wir uns dabei bewegen, ist ungewisser, komplexer, volatiler und vieldeutiger geworden. Das gilt nicht nur für makroökonomische Unwägbarkeiten und politische Risiken, denen wir ausgesetzt sind, sondern auch für die geschäftlichen Rahmenbedingungen und die technologischen Veränderungen, die unser Geschäft weltweit beeinflussen. Daher ist es umso wichtiger, dass wir uns auf unsere Stärken besinnen und dort angreifen, wo wir uns verbessern können und müssen.


Starkes Ergebnis – Finanzielle Flexibilität zurückgewonnen

Das Ergebnis der Schaeffler Gruppe im Geschäftsjahr 2016 kann sich sehen lassen. Wir sind weiter gewachsen. Unser Umsatz stieg auf rund 13,3 Mrd. Euro. Dies entspricht einem währungsbereinigten Wachstum von 3,4 % p.a. Hauptwachstumstreiber war das Automotive-Geschäft, das währungs­bereinigt 6,0 % p.a. zulegen konnte. Der Umsatz unserer Industriesparte ging – bereinigt um Währungseffekte – marktbedingt um 4,8 % zurück. Im Laufe des Jahres war dabei eine Stabilisierung der Umsatzentwicklung erkennbar.

Auf dieser Basis erwirtschafteten wir ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) vor Sondereffekten in Höhe von 1.700 Mio. Euro. Dies entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 12,7 %. Wir haben damit unsere Ergebnisqualität auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau gehalten.

Besonders erfreulich entwickelte sich der Free Cash Flow. Er betrug im Geschäftsjahr 2016 735 Mio. Euro nach 370 Mio. Euro im Vorjahr. Selbst wenn man das Vorjahr um Einmaleffekte in Höhe von rund 170 Mio. Euro bereinigt, ist dieser Anstieg ein eindrucksvoller Beleg für die außergewöhnliche Qualität und die Cash Flow Kraft unseres operativen Geschäfts. Das gilt umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass wir im Geschäftsjahr 2016 mehr investiert haben als im Vorjahr.

Darüber hinaus ist es uns im Laufe des Jahres 2016 gelungen, die Nettoverschuldung der Schaeffler Gruppe deutlich zu reduzieren. Nachdem die Nettoverschuldung Ende des Jahres 2015 noch 4,9 Mrd. Euro betragen hatte, lag sie zum 31. Dezember 2016 nur noch bei 2,6 Mrd. Euro. Zugleich verbesserte sich der Verschuldungsgrad, oder anders gesagt: das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA, von 2,1x auf 1,1x. Dank der vorzeitigen Rückzahlung von Verbindlichkeiten durch die IHO Holding und den daraus resultierenden Mittelzufluss, den wir für Sondertilgungen genutzt haben, haben wir im Oktober 2016 von Moody's ein Investment Grade-Rating erhalten. Damit haben wir nicht nur eines unserer strategischen Ziele deutlich früher erreicht als erwartet, sondern zugleich die ­notwendige finanzielle Flexibilität geschaffen, um unsere Wachstumsstrategie durch selektive, technologisch ausgerichtete Akquisitionen zu ergänzen.


Strategie „Mobilität für morgen“ verabschiedet – Exzellenzprogramm „Agenda 4 plus One“ aufgesetzt

Es sind aber nicht nur das starke Ergebnis und die zurückgewonnene finanzielle Flexibilität, die das Jahr 2016 auszeichnen. Besonders wichtig ist aus meiner Sicht, dass – nach intensiven Vorarbeiten und Diskussionen – Vorstand und Aufsichtsrat der Schaeffler AG die im Laufe des Jahres 2016 final ausgearbeitete Strategie „Mobilität für morgen“ verabschiedet und wir diese anschließend extern wie intern kommuniziert haben. Damit haben wir nach dem Börsengang im Jahre 2015 einen weiteren Meilenstein erreicht, um die Schaeffler Gruppe konsequent auf die Zukunft auszurichten.

Unsere Strategie „Mobilität für morgen“ umfasst vier wesentliche Elemente. Ausgangspunkt ist unsere Vision, als Technologiepartner unserer Kunden mit Erfindergeist und höchstem Anspruch an Qualität die Zukunft der Mobilität zu gestalten. Damit wollen wir einen Beitrag leisten, um die Welt ein Stück sauberer, sicherer und intelligenter zu machen.

Als integrierter Automobil- und Industriezulieferer sind wir überall dort, wo sich etwas bewegt. Und wir konzentrieren uns auf 4 Fokusfelder: (1) Umweltfreundliche Antriebe, (2) Urbane Mobilität, (3) ­Interurbane Mobilität und (4) Energiekette. Den Kern unserer Strategie bilden 8 strategische Eckpfeiler, die den zukünftigen Handlungsrahmen beschreiben. Dazu kommt ein Umsetzungsprogramm mit 16 strategischen Initiativen, das wir „Agenda 4 plus One“ nennen. Lesen Sie mehr über unsere Strategie und ihre Elemente im Imageteil dieses Geschäftsberichts.

Als Vorstand der Schaeffler AG sind wir davon überzeugt, dass wir mit unserer Strategie „Mobilität für morgen“ einen belastbaren Rahmen entwickelt haben, um die Schaeffler Gruppe erfolgreich für die Zukunft aufzustellen. Das positive Feedback, das wir dazu von unseren Kunden und Geschäftspartnern, aber auch von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und unseren Führungskräften erhalten haben, bestätigt uns in dieser Einschätzung.


E-Mobilität, Industrie 4.0 und Digitalisierung – Zentrale Zukunftschancen

Wie Sie dem 5. Eckpfeiler unserer Strategie entnehmen können, wollen wir uns im Rahmen unserer Strategie „Mobilität für morgen“ auf drei zentrale Zukunftsfelder konzentrieren: E-Mobilität, ­Industrie 4.0 und Digitalisierung.

Ohne Zweifel steht die globale Automobilindustrie vor großen technologischen Veränderungen. Einer der wichtigsten Zukunftstrends ist dabei die Elektrifizierung von Antriebssträngen. Als Automobilzulieferer mit hoher Fertigungskompetenz und ausgeprägtem Systemverständnis – bitte erinnern Sie sich an das Motto unseres Geschäftsberichts 2015 – sehen wir diese Entwicklung als Herausforderung, aber zugleich als große Zukunftschance. Seit mehreren Jahren investieren wir in den Aufbau der notwendigen Kapazitäten. Das gilt sowohl für den Bereich Forschung & Entwicklung als auch die Fertigung. Die Zahl der Kundenprojekte und Serienaufträge nimmt stetig zu. Zugleich ist die Akquisition des E-Motorenherstellers Compact Dynamics ein erster Schritt, um die technologische Kompetenz der Schaeffler Gruppe durch externe Zukäufe in diesem Bereich zu verstärken.

Das, was die Elektromobilität für unsere Sparte Automotive bedeutet, stellt für unsere Sparte Industrie das Thema Industrie 4.0 dar. Hier liegt für uns die zweite große Zukunftschance. Auch hier sind ­Fertigungskompetenz und ausgeprägtes Systemverständnis in besonderem Maße gefragt. Wer weiß, wie man Lager konzipiert und baut, wer weiß, wie komplexe Systeme funktionieren, sei es im Maschinen-, im Fahrzeug- oder im Anlagenbau, versteht, dass das Lager ein geradezu idealer Ort ist, um Daten zu generieren. Mit diesen Daten lassen sich Erkenntnisse gewinnen, die wir einsetzen wollen, um zusätzlichen Nutzen und Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Das ist für uns Industrie 4.0.

Die Digitalisierung, unsere dritte zentrale Zukunftschance, geht darüber hinaus. Hier geht es nicht nur um neue Produkte und Services im Kundeninteresse. Hier geht es auch um unsere eigenen Maschinen und Prozesse. Um Analyse- und Simulationsmöglichkeiten sowie um die Entwicklung von neuartigen Algorithmen und Schnittstellen, die uns helfen, unser eigenes Geschäft zu optimieren und besser zu steuern. Dabei ist die Akzeptanz digitaler Angebote – sowohl intern als auch extern – nicht nur von der Qualität der verwendeten Daten, sondern vor allem von positiven Nutzererlebnissen abhängig. In allen diesen Bereichen liegt enormes Potenzial, das wir sehr konsequent ausschöpfen und nutzen wollen. Das sind enorme Aufgaben, auf die wir uns systematisch vorbereiten. Dafür haben wir als Teil unserer „Agenda 4 plus One“ die „Digitale Agenda“ entwickelt, die vier Elemente – Produkte & Services, Maschinen & Prozesse, Analysen & Simulation und Nutzererlebnis & Kundenwert – umfasst. Die Umsetzung der „Digitalen Agenda“ braucht Geschwindigkeit. Wir kommen gut voran. Nicht umsonst haben wir daher unseren Geschäftsbericht 2016 unter das Motto „Zukunftschance Digitalisierung“ gestellt. Gehen Sie auf Entdeckungstour und lesen Sie vor allem die Seiten i18 bis i35 des ­Berichts.


Weiter wachsen – Werte schaffen

Auch wenn das Umfeld weiter anspruchsvoll bleibt, haben wir uns für das Jahr 2017 eine Menge vorgenommen. Wir wollen auf währungsbereinigter Basis 4 bis 5 % p.a. wachsen, vor Sondereffekten eine EBIT-Marge zwischen 12 und 13 % erwirtschaften und einen Free Cash Flow vor externem Wachstum von rund 600 Mio. Euro erzielen. Dazu kommt eine Dividende von 30 bis 40 % des bereinigten Netto­ergebnisses. Das sind ambitionierte Ziele. Es geht aber nicht nur um Finanzziele. Wir wollen die Schaeffler Gruppe noch attraktiver machen und ihr Erscheinungsbild intern und extern verbessern. Wir wollen weiter investieren und neue und vor allem zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. Wir wollen die großen Veränderungen in den Märkten und Regionen, in denen wir tätig sind, aktiv mitgestalten. Wir wollen innovativ sein. Und wir wollen nachhaltig Wert und Werte schaffen. Im Interesse unserer Kunden, ­unserer Geschäftspartner, unserer vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und natürlich von Ihnen.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, das Jahr 2016 war ein gutes und ereignisreiches Jahr. Wir haben große Fortschritte gemacht. Unser Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Strategie steht. Wir richten den Blick nach vorn. Dabei sind wir uns bewusst, dass wir nur dann weiter erfolgreich sein werden, wenn wir langfristiges Denken und unsere seit Jahren bewährten Erfolgsfaktoren mit Innovationskraft und Zukunftsorientierung verbinden. Wir wollen mit und für unsere Kunden die „Mobilität für morgen“ gestalten. Das ist unser Anspruch. Das geht nur mit guter Führung. Und mit einer starken Wertebasis: nachhaltig, innovativ, exzellent und leidenschaftlich. Dafür stehen wir.

In diesem Sinne möchte ich mich – auch im Namen meiner Vorstandskollegen – bei unseren Familiengesellschaftern, den Mitgliedern des Aufsichtsrats und bei Ihnen für die gute, konstruktive und ­vertrauensvolle Zusammenarbeit im Laufe des Jahres 2016 bedanken. Ein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit, die das gute Ergebnis des Jahres 2016 erarbeitet und möglich gemacht haben. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen in den Jahren, die vor uns liegen.

Mit besten Grüßen

Klaus Rosenfeld | Vorsitzender des Vorstands

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